25. November 2009

Fahrbericht Ford Ka 1.2 Und immer noch fehlt der Haltegriff

Der aktuelle Ford Ka
Der aktuelle Ford Ka © Foto: AG/Flehmer

Weniger Kugel-, mehr Kinetic-Design - der aktuelle Ford Ka will nicht mehr nur Frauen gefallen. Im Test offenbart er neue Stärken, aber auch alte Schwächen.




Von Sabine Stahl

Mit geschlitzten Scheinwerfern, weit geöffnetem Kühlergrillmaul und dynamischen Sicken und Kanten soll der neue Ka nicht mehr nur Frauen gefallen. In Kombination mit dem spritzigen 1,2-Liter-Benziner und der Ausstattung Titanium kostet der Kleinstwagen 11.150 Euro. Man versinkt bei der Neuauflage des Kleinstwagens nicht mehr in tief liegenden Sesseln, sondern nimmt auf konturierten Sitzpolstern Platz. Für den Ein- und Ausstieg ist dies ein echter Gewinn. Allerdings geht dadurch auch das Go-Kart-Feeling des Vorgängers verloren. Bei der Einstellung der Sitzposition muss man sich mit einer kippbaren anstatt höhenverstellbaren Sitzfläche und einem ausschließlich in der Höhe verstellbaren Lenkrad begnügen. Was selten richtig zu positionieren häufiger zur Sichtbehinderung auf die Armaturen führen dürfte.


Fummeltasten

Hinten sollten nur kleine Personen oder Kinder Platz nehmen. Zwar gibt es genügend Raum für Beine und Arme, aber selbst 1,60-Meter-Menschen kommen dem Dachhimmel schon ziemlich nahe. Die Gestaltung des Interieurs hat sich ebenfalls vom Kugel-Motiv emanzipiert. Anstatt mit schwungvollen Rundungen zeigt sich die Mittelkonsole ansprechend und übersichtlich gestaltet. Allerdings sind die Knöpfe des Radios so klein geraten, dass die Senderwahl und Lautstärkeregeln ein wenig Glückssache sind. Den Knopf für die Sitzheizung sucht man in der Mittelkonsole vergebens, er ist unterhalb der Sitzfläche montiert und kann nur durch Vornüberbeugen aktiviert werden.

Mit Platz im Handschuhfach

Der aktuelle Ford Ka
Der aktuelle Ford Ka © Foto: AG/Flehmer

Eine erfreuliche Neuerung ist das Handschuhfach. Hat es beim alten Ka nur ein Mini-Behelfsfach gegeben, in dem man bestenfalls ein paar Stifte und eine Packung Taschentücher verstauen konnte, fasst nun tatsächlich Straßenkarten, einen Eiskratzer oder CDs. Auch ein kleines Netz am Dachhimmel zwischen Fahrer und Beifahrer soll für mehr Ordnung sorgen. Genau wie im Ur-Ka sucht man auch im neuen Auto einen Haltegriff für den Beifahrer vergebens. Ebenfalls recht unpraktisch: Um an den auf 241 Liter bis 710 Liter gewachsenen Kofferraum zu kommen, muss man genau wie beim alten Ka stets zum Schlüssel oder zur Funkfernbedienung greifen. Dann öffnet sich die Heckklappe bis weit nach oben, so dass das Gepäck ohne Kopfverletzungen verstaut werden kann. Die Platzverhältnisse sind ordentlich und selbst eine große Reisetasche findet in der tiefen Mulde ihren Platz. Allerdings muss man durch die Tiefe auch eine hohe Kante in Kauf nehmen, über die beim Ausladen die Gepäckstücke gehievt werden müssen.

Zähe Überholmanöver

Das Motorenangebot umfasst einen 1,2-Liter-Ottomotor mit 51 kW/69 PS sowie einen 1,3-Liter-Dieselmotor mit 55 kW/75 PS. Der Benziner, der an ein manuelles Fünfganggetriebe gekoppelt ist, ist ein tapferer kleiner Antrieb, der für den Stadtverkehr genau richtig ist - sparsam und flink. Aber auch wenn sich der City-Flitzer einmal auf die Autobahn verirrt, bringt der Ottomotor den Kleinen an den langsamen Lkw vorbei. Dies erfordert einen gestreckten Gasfuß und etwas Geduld. Abgesehen von solchen Sprintschwächen ist der Ka jedoch ein agiler Kleinstwagen mit ordentlichem Fahrkomfort. Die Lenkung ist präzise und liefert genügend Rückmeldung von der Straße. Besonders erfreulich ist die Sparsamkeit des Dreitürers. Der Hersteller gibt den Verbrauch mit 5,1 Litern je 100 Kilometer an. In der Praxis sind es rund 6,5 Liter. Bei der Steuer werden im Jahr gerade einmal 24 Euro fällig.

Basis ohne ESP in der Serie

Der aktuelle Ford Ka
Der aktuelle Ford Ka © Foto: Ford

Der neue kleine Fronttriebler ist bereits ab 9.950 Euro zu haben. Für diesen Preis muss der Fahrer allerdings auf viele Annehmlichkeiten verzichten. Deshalb lohnt sich der Aufschlag von 1.200 Euro für die Titanium-Ausstattung, bei der elektrische Fensterheber, Zentralverriegelung, Klimaanlage und Nebelscheinwerfer bereits an Bord sind. Das Stabilitätsprogramm ESP ist nur für die höhere Ausstattungsvariante erhältlich und kostet dann nochmals 360 Euro Aufpreis. (mid)






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