7. Juni 2010

Fahrbericht BMW X3 Größer, schneller, sparsamer

Der neue BMW X3
Der neue BMW X3 © Foto: BMW

Die Konkurrenz hat in der Klasse der mittelgroßen SUV gerade erst gekontert, da legt BMW bereits die nächste Auflage seines Bestsellers X3 nach. Bei dem Geländewagen werden alle Motoren serienmäßig mit einer Start-Stopp-Automatik ausgestattet sein.




Von Stefan Grundhoff

Größer, dynamischer und komfortabler als bisher kommt im November der neue BMW X3 auf den Markt. Nach nur sechs Jahren Bauzeit tritt die neue Generation gegen Audi Q5 und Mercedes GLK an. Der gefährlichste Gegner dürfte dabei aus den eigenen Reihen kommen. Mit der ersten Generation des X3 war BMW lange Jahre allein auf weiter Flur, ehe die Wettbewerber nachzogen. Mehr als 600.000 verkaufte Einheiten sprechen für sich. Ab dem Herbst soll der Erfolg fortgesetzt werden.


Optisch am X5 ausgerichtet

Bei der Optik orientiert sich der SUV-Neuling deutlich am größeren X5; mehrere Motoren teilt sich der X3 dagegen mit seinem kleinen Bruder X1. Der könnte sich in den ersten Jahren als stärkster Konkurrent entpuppen. Denn vielen Interessenten dürfte das preisgünstigere Kompakt-SUV in Sachen Dimension und Motorleistung reichen. Mit einer Länge von 4,65 Metern ist der X3 um neun Zentimeter gewachsen. Mehr Länge, mehr Breite und mehr Höhe heißen trotz durchweg leistungsstärkerer Motoren jedoch nicht zwangsläufig mehr Gewicht. "Die Modelle wiegen zwischen 20 Kilogramm und 25 Kilogramm weniger als ihre Vorgänger", erklärt Heinz Krusche, seit Jahren für die Fahrdynamik im Hause BMW zuständig.

So dürfte sich das Basismodell BMW X3 xDrive 20d mit seinem 135 kW/184 PS starken Vierzylinder-Commonrail-Diesel mit 5,5 Litern Verbrauch auf 100 Kilometern zufrieden geben. Trotzdem gibt es 210 km/h Spitze und ein maximales Drehmoment von 350 Nm. Zum Marktstart wird der neue X3 zudem noch als xDrive 35i mit 225 kW/306 PS und 400 Nm angeboten. Wie alle Sechszylinder ist das Top-Modell mit einer Achtgang-Sportautomatik kombiniert, die neben Schaltpaddeln am Lenkrad eine geänderte Software für mehr Fahrspaß bietet.

Start-Stopp serienmäßig

Der X3 wird der erste BMW sein, der serienmäßig in allen Motor- und Getriebevarianten über eine serienmäßige Start-Stopp-Automatik verfügt. Zusammen mit den anderen Effizienzmaßnahmen sollen die Verbräuche im Vergleich zum Vorgänger so um rund 15 Prozent sinken. Im Frühjahr 2011 wird das Motorendoppel um weitere Varianten ergänzt. So wird der X3 unter anderem einen Vierzylinder-Diesel mit 154 kW/210 PS sowie einen Dreiliter-Reihensechszylinder mit rund 250 PS bekommen. Beide Triebwerke sind bereits aus X1 und anderen BMW-Modellen bekannt. Ebenfalls 2011 sollen zudem die neuen Vierzylinder-Benziner mit einfacher und doppelter Turboaufladung Einzug halten.

Die größte Stärke des Mittelklasse-SUV bleibt jedoch die Fahrdynamik. Dort hat der X3 nochmals deutlich nachgelegt. War die erste Generation nicht nur straff und sportlich, sondern gerade auf der Hinterachse polternd hart, so präsentiert sich die zweite Generation hier deutlich ausgewogener. "Besonders breit konnten wir das Fahrwerk mit den optional erhältlichen elektronischen Dämpfern abstimmen", so Heinz Krusche, "hier hat der Fahrer die Wahl zwischen komfortabel und besonders sportlich. Das sind zwei völlig unterschiedliche Autos."

Deutlich wertigerer Innenraum

Nick- und Wankbewegungen sind kaum spürbar und die neu entwickelte elektrohydraulische Lenkung ist in Sachen Präzision und Fahrbahnrückmeldung eine Klasse für sich. Der Sechszylinderbenziner des X3 xDrive 35i dreht bissig und willig hoch, ehe er in einen hohen und somit verbrauchsgünstigen Gang der Achtstufen-Automatik wechselt. Im Vergleich zum Vorgänger wurde die geringe Tendenz zum Untersteuern beim 1,8 Tonnen schweren X3 nochmals deutlich reduziert. So weicht die normale Kraftverteilung im Verhältnis von 40:60 bei flotter Fahrt deutlich zugunsten der Hinterachse ab und sorgt so für einen dynamischen Vortrieb, der den des mehr als 200 Kilogramm leichteren X1 nochmals übersteigt.

Im Vergleich zum mehr als erfolgreichen Vorgänger präsentiert sich der Neue im Innenraum deutlich wertiger und größer dimensioniert. So gibt es Anzeigen und Bedieneinheiten im Stile von 5er und 7er; dazu mehr Schulter-, Bein- und Kniefreiheit. Jedoch ist die Beinauflage in der zweiten Reihe nach wie vor recht kurz und die Bank könnte gerade für längere Fahrten weicher gepolstert sein. Immerhin hat sich entsprechend den gewachsenen Abmessungen auch der Laderaum leicht vergrößert.

Elektrische Heckklappe gegen Aufpreis

Längst überfällig verfügt der X3 nunmehr auch über eine elektrische Heckklappe - leider nur gegen Aufpreis. Der Preis für das Basismodell BMW X3 xDrive 20d dürfte mit rund 38.000 Euro auf dem Niveau des Vorgängers liegen. Das Top-Modell X3 xDrive 35i ist mit standesgemäßen Sonderausstattungen problemlos auf 60.000 Euro zu drücken.

Zwar gibt es Ausstattungsdetails vollelektrische Ledersitze, Keyless Go, Festplattennavigation oder Head-Up-Display, jedoch werden Spurhalte-, Überhol- oder Nachtsichtassistenten ebenso außen vor bleiben wie ein Abstandstempomat. (mid)






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