24. Juni 2010

Fahrbericht BMW X1 20d xDrive Dynamisch ins Gelände

Der BMW X1
Der BMW X1 © BMW

Wer einen Geländewagen mit einem Hang zur Sportlichkeit sucht, der sollte sich den BMW X1 anschauen. Das Kompakt-SUV lässt sich dynamisch fahren, auch wenn sich die Münchner das anständig bezahlen lassen.




Von Frank Mertens

Er war angetreten, dem Tiguan von Volkswagen Konkurrenz zu machen. So richtig gelungen ist das dem BMW X1 indes nicht. Ein Blick auf die Absatzzahlen des Mai belegen das: Während sich im Vormonat 3281 Kunden für das Modell der Wolfsburger entschieden, waren es bei den Münchnern nur 2079 Einheiten. Ein Kopf-an-Kopf-Rennen sieht anders aus.

Dabei ist der X 1 von BMW wahrlich kein schlechtes Auto, beileibe nicht. Er sieht mit seiner Linienführung nicht nur recht sportlich aus, sondern lässt sich auch so fahren. Vor allem dann, wenn man sich für den X1 xDrive 20d entschieden hat. Der kultivierte Vierzylinder-Commonrail-Diesel bringt es auf eine Leistung von 130 kW/177 PS. Das reicht aus, um dynamisch dort anzukommen, wo man schnell ankommen möchte.


Durchaus dynamisch

Dass ein Kompakt-SUV nicht behäbig sein muss, sondern mit ihm durchaus auch dynamisch gefahren werden kann, dafür ist dieses Auto der beste Beweis. So lässt sich der BMW X 1 trotz seiner Höhe von 1,55 Meter flott durch enge Kurvenkombinationen bewegen. Dank seiner knackigen Fahrwerksabstimmung halten sich Wankbewegungen der Karosserie in einem minimalen Bereich.

Der Zweiliter große Vierzylinder-Commonrail-Diesel ist auch ein wahres Kraftpaket. Er stellt sein maximales Drehmoment von 350 Newtonmetern zwischen 1750 und 3000 Umdrehungen in der Minute zur Verfügung.

Wer sich für den X1 entscheidet, weil er sich von ihm Sportlichkeit verspricht, wird nicht enttäuscht. Das belegen auch die Sprintfähigkeiten: Tempo 100 erreicht der kompakte Münchner mit einem Leergewicht von 1650 Kilogramm nach flotten 8,4 Sekunden. Damit kann man durchaus Eindruck machen.

Angesichts dieses Fahrleistungen ist der X1 jedoch kein Spritsparwunder. Bei den Testfahrten lag der Durchschnittsverbrauch mit 7,8 Litern satte zwei Liter über dem vom Hersteller angegebenen Wert. Berauschend sieht anders aus.

Wer seine Fahrweise besonders ökologisch auslegt, dürfte den Durst vielleicht noch um knapp einen Liter senken können. Allerdings, das sei erwähnt, verfügt unser Testwagen über kein Start-Stopp-System. Das ist nur bei Fahrzeugen mit einem Sechsgang-Schaltgetriebe an Bord. Unser Wagen war mit der immer wieder zu lobenden Sechsgang-Steptronic (Aufpreis 2050 Euro) unterwegs.

Wenig zu beanstanden

Abgesehen davon gibt es an diesem BMW aber wenig zu beanstanden. Wie man es von den Münchnern kennt, ist die Verarbeitungsqualität top. Die Materialien sehen nicht nur gut aus, sondern fühlen sich auch so an. Der Fahrer fühlt sich an seinem Arbeitsplatz schlicht wohl, vor allem auch deshalb, weil die optionalen Sportsitze dank der verschiedenen Einstellmöglichkeiten inklusive Oberschenkelauflage eine bequeme Sitzposition ermöglichen.

Wie alle Nettigkeiten ist aber auch dies nicht günstig. BMW ruft dafür mindestens 590 Euro auf. Wer eine elektrische Einstellmöglichkeit wünscht, muss dafür 1250 Euro auf den Tisch des Händlers legen.

Die Aufpreispolitik von BMW ist ohnehin eine Sache für sich: Wer ein paar Komfortfeatures wie eine Klimaautomatik (560 Euro), eine unbedingt zu empfehlende Einparkhilfe (750 Euro) oder das Navigationssystem Business (1840 Euro) wünscht, ist schnell bei 38.000 Euro angelangt. Dabei ist bereits der Basispreis von 34.700 Euro nicht gerade als Schnäppchen zu bezeichnen.

Wer sich für einen SUV entscheidet, der möchte natürlich auch über ausreichend Platz im Innenraum verfügen. Wie gesagt, auf den vorderen Plätzen gibt es hier nichts zu beanstanden. Anders sieht es da schon im Fond aus. Zwar ist der X1 als Fünfsitzer ausgewiesen, doch das eher eine theoretische Angabe. Drei Kinder mögen auf den Rücksitzen noch Platz finden, drei Erwachsene aber nicht.

Zu zweit lässt es sich jedoch durchaus im Fond aushalten. Wer einen Familienurlaub plant, sollte allerdings nicht zuviel Gepäck mitnehmen. Denn der Kofferraum bietet nur ein Volumen von 420 Litern – das ist durchschnittlich.

Dass der X1 mit deutlichen Abstand hinter dem Tiguan rangiert, überrascht nicht. Schließlich rufen die Münchner bekanntlich Premiumpreise auf. Doch wer nicht auf jeden Euro achten muss und einen sportlichen SUV wünscht, ist mit dem X1 gut bedient.






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