2. Februar 2009

Fahrbericht BMW K 1300 S Bayerns Glanz und Gloria

BMW K 1300 S
BMW K 1300 S © Foto: BMW

BMW hat mit der K 1300 S das stärkste Serienmotorrad des Unternehmens auf den Markt gebracht. Das Bike hat 175 PS und verfügt über ein gutes Handling, wie unser Testbericht zeigt.




Von Thilo Kozik

Die neue K 1300 S markiert das stärkste BMW-Motorrad aller Zeiten und führt die Riege der überarbeiteten K-Baureihe an. Der 129 kW/175 PS starke Vierzylinder-Sporttourer ist ab sofort ab 15.750 Euro zu haben. Sowohl sie als auch die Schwestern R und GT profitieren von einer satten Hubraumaufstockung um 136 ccm auf einen auf 1293 ccm vergrößerten Kolben. Damit dürfen alle drei Maschinen ganz ungeniert und stolz die «1300» im Namen führen. Flankierende Maßnahmen im Motorinneren sorgen für optimierte innere Strömungsverhältnisse. Eine neue Auslasswalze im Auspuffkrümmer verbessert das Geräuschverhalten wie die Drehmomententfaltung im unteren Drehzahlbereich.


Gewaltiger Schub

In der Praxis bedeutet das bei der K 1300 S einen gewaltigen Schub Dynamik, insbesondere unten herum: Der Reihenvierer schiebt die bayerische Sporttourer aus dem Stand vehement nach vorn, richtig imposant fällt jedoch insbesondere der Durchzug aus. Wenn das Gas aus der Mittelstellung plötzlich voll aufgerissen wird, katapultiert es die K geradezu nach vorn. Druck und Drehfreude halten bis weit in den fünfstelligen Drehzahlbereich an. Das Höchsttempo von 285 km/h lässt sich auch dank des sportlich knapp gestuften Sechsganggetriebes flott erreichen. Dennoch läuft der Motor etwas rau und trotz aller Bemühungen flutschen die Gänge immer noch nicht ganz so reibungs- und geräuschlos im Getriebe wie es eigentlich sein sollte.

Das Cockpit der BMW K 1300 S
Das Cockpit der BMW K 1300 S © Foto: BMW

Eine Verbesserung im Schaltverhalten bietet da der optionale Schaltautomat aus der Rennsporttechnik: Mit dem 360 Euro Feature kann bei stehendem Gas kupplungslos hochgeschaltet werden, die Elektronik kümmert sich um eine ideale Kraftübertragung; zumindest bei höheren Drehzahlen funktioniert das ausgezeichnet.

Elektronische Fahrwerkseinstellung

Ebenfalls optional und genau so empfehlenswert ist die zweite Generation der elektronischen Fahrwerksverstellung. Das ESA II bietet für 740 Euro vom Lenkerende aus mannigfaltige Einstellmöglichkeiten. Es gibt je drei Modi für die Fahrweise und die Beladung. Es kann zwischen «Komfort», «Normal» und «Sport» beziehungsweise zwischen «solo», «zu zweit» oder «zu zweit mit Gepäck» gewählt werden. Die Einstellvarianten bewirken tatsächlich deutlich unterschiedliche Charakteristiken und die K legt ein entsprechend den Vorgaben wunschgemäßes Fahrverhalten an den Tag.

Die neue BMW K 1300 S hat 175 PS
Die neue BMW K 1300 S hat 175 PS © Foto: BMW

In der Summe fährt sich die Bayerin für eine 254-Kilogramm-Wuchtbrumme erstaunlich unkompliziert. Die gute Gewichtszentrierung, die bequeme, aber versammelte Sitzposition und der nicht mehr ganz so flache Hinterreifen in 55er Querschnitt machen sie recht handlich. So bringt die 1300er sowohl auf kurvigen Landstraßen als auch in der City Spaß, am wohlsten fühlt sie sich jedoch nach wie vor auf schnellen Überlandstraßen und flotten Autobahnetappen. Aber ganz klar: Das Einsatzspektrum ist im Vergleich zu früher deutlich breiter geworden.

Ungeachtet der sportlicheren Fortbewegung geben die ABS-Teilintegralbremsen viel Sicherheit und Vertrauen. Leichtes Pulsieren in den Hebeln kündet von der feinfühligen Arbeit im Regelbereich; verlässlich und gut dosierbar verrichten die Doppelscheibenbremsen ihren Job. Bei der Ausstattung wartet die Neue mit einer eine echten Kulturrevolution auf: Statt der berühmt-berüchtigten BMW-Insellösung des Blinkers an den Lenkerenden blinkt die K nun wie der Rest der Motorradwelt mit einem - dazu noch feinfühligen - Wippschalter an der linken Lenkerseite aus. Abblend- und Fernlicht sowie die Lichthupe sind in einem Schalter vereint. Gewohnt umfangreich und gewohnt kostspielig präsentiert sich das Zubehörprogramm von der Antischlupfregelung ASC (300 Euro) über den Bordcomputer (145 Euro) und die Reifenluftdruckkontrolle (400 Euro) bis hin zum Koffersatz (675 Euro).

Die BMW K 1300 S
Die BMW K 1300 S © Foto: BMW

Mit der neuen K 1300 S bietet BMW nicht nur das zurzeit potenteste Bayern-Bike. Die K verfügt über jede Menge neuen Sportappeal, ohne die bekannten Tugenden eines dynamischen Kilometerfressers zu vernachlässigen. (mid)






Mehr zur Marke BMW

200 Millionen Euro InvestitionBMW will Batterie-Zelle besser verstehen

BMW investiert 200 Millionen Euro in ein Kompetenzzentrum Batteriezelle. Es gehe darum, die Zelle für Elektroauto-Batterien besser zu verstehen.


SUV startete 2003Zwei Generationen BMW X3: Großer Wurf mit kleinen Schwächen

Während in diesen Tagen die dritte Generation des BMW X3 auf den Weg gebracht wird, bieten sich auch die ersten beiden Auflagen an. Das an sich solide SUV leidet allerdings an kleinen typischen Schwächen.


EICMA MailandBMW Motorrad startet mit vier neuen Modellen durch

BMW wird in der Motorradsaison 2018 vier neue Modelle auf den Markt bringen. Darunter ist mit der C 400 X auch ein neuer Mittelklasse-Roller.



Mehr aus dem Ressort

Reihenvierzlinder mit 91 PSHonda CBR650F: Sportlich auf die nächste Tour

Nein, ein Supersportler ist die Honda CBR650 F nicht. Doch das ist alles andere als schlecht. Denn der Reihenvierzylinder erweist sich als guter Sport-Tourer.


Die Vespa Sei Giorni nimmt mutig die Kurven
Technisch auf Höhe mit der GTS 300 SuperVespa Sei Giorni: Mehr als sechs Tage Spaß

Vor 66 Jahren hat Vespa auf einer sechs Tage dauernden Geländeprüfung den damals größten Erfolg im Motorsport erzielt. Die Sei Giorni bietet 66 Jahre später mehr als nur sentimentale Reminiszenzen.


Die Kawasaki Z900 vermittelt eine Menge Spaß
Nachfolger der Z800Kawasaki Z900: Puristische Mittelklasse

Kawasaki besetzt die Mittelklasse mit der Z900 neu. Wenn man auch viele neue Helferlein verzichten kann, bekommt man viel Motorrad für relativ wenig Geld.