30. Juli 2007

Fahrbericht BMW G 650 Xcountry: Exklusiv ins Gelände

Die BMW G 650 Xcountry
Die BMW G 650 Xcountry © Foto: BMW

Die BMW G 650 Xcountry ist für den Stadtverkehr und Ausflüge ins Gelände ein optimaler Begleiter. Leider ist der Preis für diese Enduro geeignet, potenzielle Interessenten zu verprellen.




Von Frank Mertens

Die erste Überraschung ist bereits perfekt, bevor man überhaupt mit der neuen BMW G 650 Xcountry gefahren ist. Klar, BMW war bei der Preisgestaltung seiner Modelle noch nie zurückhaltend. Doch dass die Verantwortlichen in München für diesen Einzylinder aus der neuen G-Baureihe fast 8000 Euro aufrufen, dürfte selbst BMW-Enthusiasten bitter aufstoßen.


Käufer werden verprellt

Dass BMW mit der Festsetzung dieses Preises viele Käufer verprellt, ist bedauerlich. Denn die Xcountry - ausgesprochen wird sie übrigens Cross-Country - ist durchaus eine Maschine, mit der man sich im Alltag schnell anfreunden könnte. Dafür sorgt zunächst einmal die Sitzhöhe von 87 Zentimetern. Sie sorgt dafür, dass sich großgewachsene Fahrer auf ihr ausgesprochen wohl fühlen. Im teils unübersichtlichen Trubel des Stadtverkehrs behält man so auf ihr den Durchblick.

Kleinere Fahrer indes dürfte die Höhe der Sitzbank weniger erfreuen: sie bringen auf der Xcountry schlicht nicht beide Fußsohlen auf den Boden und dürften damit fehlende Standsicherheit beklagen.

Im Gelände mit der BMW G 650 Xcountry
Im Gelände mit der BMW G 650 Xcountry © Foto: BMW

Nach dem Anlassen der Enduro, die BMW als Scrambler bezeichnet, sorgt der wassergekühlte Einzylinder-Viertaktmotor mit einer Leistung von 39 kW/53 PS für einen sonoren Klang am hoch angebrachten Auspuffendrohr. Beim Losfahren sorgt die Kupplung indes für ein kleines Naserümpfen, denn sie verlangt nach erhöhten Anstrengungen. Doch wenn es erst einmal rollt, ist das vergessen. Der Fahrer sitzt ausgesprochen komfortabel auf der ansonsten doch arg spartanisch daherkommenden Xcountry.

Glänzendes Handling

Der Blick auf das Cockpit der BMW G 650 Xcountry
Der Blick auf das Cockpit der BMW G 650 Xcountry © Foto: BMW

Mit diesem Komfort-Gefühl lässt sich die BMW auch souverän durch den Berliner Stadtverkehr mit seinen fast täglichen Staus an der Siegessäule zirkeln. Das Handling ist nicht nur dort überzeugend, sondern auch auf kurvenreichen Landstraßen. Hier reagiert die Xcountry auf Lastwechselreaktionen bei morderatem Tempo bis ca. 90 km/h absolut gutmütig.

Wer schneller unterwegs ist, muss indes leichte Abstriche an dem ansonsten wirklich nicht zu beanstanden Handlingeigenschaften hinnehmen. Der breite Alu-Lenker sorgt zudem dafür, dass man nicht nur entspannt auf der Xcountry sitzt, sondern sie so auch gut im Griff hat. Die Instrumente auf der Xcountry sind zwar schlicht, aber mehr erwartet man auf einer Enduro auch nicht, vor allem braucht man nicht mehr.

Die Hinterradaufhängung an der BMW G 650 Xcountry
Die Hinterradaufhängung an der BMW G 650 Xcountry © Foto: BMW

Der kernige Einzylinder der BMW stellt ein maximales Drehmoment von 60 Nm zur Verfügung, das bei 5250 Nm zur Verfügung steht. Die Beschleunigung der Xcountry ist anständig: Das Leichtgewicht (160 kg) prescht in rund fünf Sekunden von 0 auf 100 km/h. Die Höchstgeschwindigkeit ist bei 170 km/h erreicht. Doch Spaß, das versteht sich bei einer Enduro von selbst, macht Topspeed mangels eines Windschildes auf ihr nicht.

Die BMW G 650 Xcountry
Die BMW G 650 Xcountry © Foto: BMW

Die G 650 Xcountry ist vielmehr eine Maschine für die Stadt und gelegentliche Ausflüge ins leichte Gelände. Hier fühlt sie sich wohl, hierfür ist sie konzipiert. Allein aufgrund ihres Tankvolumen von 9,5 Litern ist sie kein Langstreckengefährt. BMW offeriert die Xcountry optional übrigens mit ABS (Aufpreis 710). Das System, das für den Geländeeinsatz abschaltbar ist, sorgt für gute Verzögerungswerte.

Wäre der Preis nicht, wäre die BMW G 650 Xcountry ein empfehlenswertes Bike. Doch leider sind 8610 Euro mit ABS für eine Enduro mit diesem Hubraum eine Ansage, die so leicht nicht zu verkraften ist.






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