3. April 2006

Fahrbericht BMW 330xi: Nicht immer quattro

Der BMW 330xi
Der BMW 330xi © Foto: Werk

BMW ist bekannt für seine prächtigen Hecktriebler. Und kommt mit seinem erfolgreichen Allrad namens xDrive zunehmend in Erklärungsnot. Das BMW-System gilt als eines der besten Allradsysteme auf dem Markt.




Von Sebastian Viehmann

Bereits 1985 stellten die Bayern mit dem 325 ix ihren ersten Allradler vor. Der verkaufte sich mit 30.000 Fahrzeugen überraschend erfolgreich. In 20 Jahren hat sich viel getan. BMW hat mit X3 und X5 mittlerweile zwei SUVs im Programm. Kaum zu glauben, dass mittlerweile jedes vierte Neufahrzeug mit xDrive vom Band läuft.


Kraftübertragung über Verteilergetriebe

Vor allem in den Alpen und auf dem amerikanischen Markt spielt Allrad eine enorme Rolle. Nach den Bestseller-SUVs X5 und X3 sowie der 5er-Reihe zieht nun die 3er-Serie nach: Auch BMW 330xi, 325xi und 330xd sind mit xDrive zu haben. Seit September hat BMW bereits 20.000 Allrad-3er verkauft, viele davon in der Schweiz. Das erfolgreichste Modell ist der 330xi Touring. Was ist dran am kleinen Allradler?

BMWs xDrive ist ein permanenter Allradantrieb. Zuerst im X5 und X3 eingesetzt, wurde das System auf die 3er Reihe speziell abgestimmt. Die Kraftübertragung läuft über ein Verteilergetriebe mit elektronisch gesteuerter Lamellenkupplung. Die Kupplung reagiert extrem schnell und verteilt die Antriebskraft variabel zwischen Vorder- und Hinterachse. Im Normalzustand liegt die Kraft zu 40 Prozent auf der Vorder- und zu 60 Prozent auf der Hinterachse, in Extremsituationen kann xDrive im Bruchteil einer Sekunde bis zu 1.600 Nm auf eine Achse schicken. Der Antrieb sucht sich die Räder aus, die gerade den maximalen Grip haben. Im Extremfall gehen so 100 Prozent an eine Achse.

Keine Probleme auf Schnee

Immer alles unter Kontrolle
Immer alles unter Kontrolle © Foto: Werk

Der xDrive, der mit Informationen der dynamischen Stabilitätskontrolle ESP sowie Lenkeinschlag und Querbeschleunigung gefüttert wird, greift an drei entscheidenden Stellen ein: Bremsen, Lenkung und Drehmoment. «Das Allradsystem des ersten X5 hatte ein DSC mit Motor- und Bremsenmanagement. Im neuen xDrive ist das Längsdrehmoment-Management dazugekommen», erklärt BMW-Entwickler Werner Pfau.

Wie das ganze System in der Praxis funktioniert, spürt man bei den typischen Fahrsituationen Übersteuern, Untersteuern und beim Anfahren. Der 330xi ist selbst auf Eis und Schnee kaum aus der Reserve zu locken. Problemlos zirkelt der 1,6 Tonnen schwere Bayer um die glatte Kurve. Von den elektronischen Eingriffen merkt man nur wenig.

Größter Spaß mit größter Maschine

Bietet viel Spaß: Der 330xi
Bietet viel Spaß: Der 330xi © Foto: Werk

«Das Auto erkennt, wann der Fahrer anfahren will», erklärt Antriebsstrang-Entwickler Werner Pfau. Stehen zum Beispiel die Vorderräder auf Asphalt, die Hinterräder auf Schnee, verteilt das System fast die ganze Motorleistung auf die Vorderachse. Beim Anfahren am Berg hilft im 3er mit Automatik zusätzlich die Berganfahrhilfe. Wie andere Allradsysteme kann xDrive seine Vorteile nicht nur auf Eis und Schnee, sondern auch auf nasser Fahrbahn oder Schotter ausspielen.

Bleibt die Frage, für welchen Motor man sich entscheidet. Schon der 325xi ist mit 218 PS ordentlich motorisiert. Den größten Spaß macht der 330xi, in dem der drei Liter große Sechszylinder den kleinen 3er mit 265 PS zum echten Geschoss macht. Kaum weniger spurtfreudig ist der 330xd mit 231 PS (ab 40.500 Euro). Bei einem Durchschnittsverbrauch von 7,4 Litern rennt er in 6,7 Sekunden von 0 auf 100 Km/h und ist 238 Km/h schnell. Den kleineren 3er-Versionen bleibt der 4x4-Antrieb vorenthalten.

Mit xDrive kostet ein 330er Diesel 2.500 Euro mehr als der normale 330d, ist etwas schwerer und verbraucht auf 100 Kilometern 0,7 Liter mehr Sprit. Im Vergleich zum Diesel wirkt der stärkere 330xi auf Eis und Schnee eine Spur bissiger und hektischer, was den fahrdynamischen Eingriff des xDrive angeht. Bei der Wahl zwischen Automatik und Sechsganggetriebe sollte man sich für den knackigen Handschalter entscheiden, da er fahraktiven Piloten deutlich mehr Fahrspaß bereitet.






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