2. Oktober 2012

Fahrbericht Komplette Neuauflage BMW 328i: Durchstarten mit vier Zylindern

BMW setzt beim 328i auf lediglich vier Zylinder.
BMW setzt beim 328i auf lediglich vier Zylinder. © BMW

Die traditionsbewussten Fans müssen sich umgewöhnen. Bei der Neuauflage des BMW 328i haben die Münchner zwei Zylinder fallengelassen.




Nur vier Zylinder! Keine sechs Töpfe mehr im 328i! Ein Grummeln, wenn nicht sogar ein Aufschrei, entfuhr den traditionsbewussten Fans der Marke als der neue 3er BMW Anfang des Jahres sein Debüt gab. Aber alles Jammern nützt nichts: Die Reihensechszylinder im 3er werden immer mehr zum Auslaufmodell und durch sparsamere Vierzylinder-Motoren ersetzt. So nun auch im 328i. Aber wie fährt sich der Vierzylinder? Und wie hört er sich an? Wir baten den schnellen Münchener mit der ebenfalls neuen Achtstufen-Automatik zum Alltagstest.


Fahrfreude ist im BMW 328i garantiert

In Punkto Leistung gibt es schon einmal keinen Grund zu klagen. Auf Benzinerseite überbietet nur noch das Sechszylinder-Topmodell im 335i mit 306 PS das 2,0-Liter-Aggregat mit 180 kW/245 PS unseres Testwagens. Die 245 PS reichen im Alltag mehr als aus. Ein leichter Druck auf das Gaspedal und der BMW signalisiert seine Leistungsbereitschaft. „Freude am Fahren“ ja, aber auch Freude beim Gasgeben. Fast spielerisch bewegt sich die Tachonadel nach oben, um erst bei freien Autobahnfahrten bei gut 250 km/h zum Stillstand zu kommen. Diesseits der Höchstgeschwindigkeit überzeugt das Aggregat mit seiner Kraftentfaltung. Das Drehmoment von 350 Nm vermittelt im Drehzahlband von gut 1.000 bis knapp 5.000 Umdrehungen pro Minute ein souveränes Gelassenheitsgefühl, das durch die geschmeidig arbeitende Achtstufen-Automatik unterstützt wird. Entspannt dahin rollen – fühlt sich gut an.

Eben mal schnell überholen? Kein Problem. Die Automatik agiert sofort ohne hektisch zu werden. In engen, kurvigen Geläuf kann das Gesamtkonzept aus Motor, Fahrwerk und Heckantrieb seine Klasse unter Beweis stellen und zeigen, dass der Dreier noch immer eine Spaßmaschine sein kann. Ohne dass es das Fahrvergnügen wirklich trüben könnte, kann man dabei getrost die Fahrwerkseinstellung „Komfort“ wählen; die Straßenunebenheiten kommen so deutlich gemildert an der Schnittstelle Sitz/Mensch an. Im Sportmodus agiert er etwas direkter, aber deutlich unkomoder. Die Eco-Variante des BMW-eigenen Fahrstil- und Spaßschalters macht dann das Spritsparen zum Sport. Der 3er zeigt an, wie viele Kilometer man durch den behutsamen Umgang mit dem Gaspedal gegenüber herkömmlicher Fahrweise weiter kommt.

Verbrauchsmindernde Eigenschaften beim BMW 328i

Der BMW 328i kann auch sparsam gefahren werden
Der BMW 328i kann auch sparsam gefahren werden © BMW

Wenn man nicht gerade ständig unter Volllast unterwegs ist, lässt sich der 328i mit moderaten acht Litern bewegen - Start-Stopp-Automatik, Rekuperation und andere verbrauchsmindernde Eigenschaften machen es möglich. Und man ist beileibe kein Verkehrshindernis. Im Sportstil fließen um zehn Liter durch die Einspritzdüsen. Mit einem gelassenen Gasfuß sind Werte um sieben Liter möglich und der Normverbrauch von 6,3 Litern rückt in Nähe. Spätestens beim Tanken ist man mit dem Vierzylinder versöhnt. Selbst die Tatsache, dass er wenig laufunruhiger ist als die Sechstopf-Aggregate, stört beim Bezahlen an der Tankstelle nicht. Und dass er sich besonders morgens ein wenig rau anhört: Wie war das noch einmal mit dem Verbrauch?

Der neue Dreier hat hinsichtlich Länge, Breite sowie Radstand zugelegt. Das kommt dem Komfort besonders der Frontpassagiere zugute. Im Fond des Viertürers geht es eher beengt zu, aber mit ein wenig Rücksicht der Vorderleute müssen die Rückbänkler keine Blutzufuhrunterbrechung in den Kniekehlen befürchten.

Edle Ausstattungsversion Sport-Line für den BMW 328i

Die Preise für den BMW 328i beginnen bei 39.660 Euro
Die Preise für den BMW 328i beginnen bei 39.660 Euro © BMW

Das Interieur in der von uns gefahrenen Ausstattungsversion Sport-Line gibt sich in der richtigen Mischung edel und sportlich. Wobei die Sitze eher etwas kommoder als sportiv sein könnten, aber das ist Geschmackssache. Schön ist das aufgeräumte Cockpit, die Bedienknöpfe sind aus dem Fünfer bekannt. Überhaupt erinnert das In- wie das Exterieur sehr an den großen Bruder. Man muss schon sehr genau hinschauen, um die beiden zu unterscheiden.

Auch bei den Optionsmöglichen eifert der Dreier der teureren Verwandtschaft nach. Unser Testwagen, der ab Werk mindestens 39.660 kostet, hatte noch diverse Extras an Bord. Kleiner Auszug gefällig? Zusatzkosten für die Sport-Line-Ausstattung: 1.800 Euro für u.a. 18 Zoll-Leichtmetallfelgen, Auspuffendrohre in chromschwarz, Applikationen und Zierleisten in Chrom sowie ein Sportlederlenkrad. Wer Wert auf Lederpolster legt, muss weitere 1.800 Euro investieren. Und die Zusatzliste geht noch weiter: Fahrfahrkomfortpaket (plus 750 Euro), Comfort-Paket (plus 1090 Euro), Parkassistenzpaket (plus 1.140 Euro), Sichtpaket (plus 1790 Euro), Adaptives Fahrwerk (plus 1100 Euro), Klimaautomatik (plus 650 Euro), Aktive Geschwindigkeitsregelung mit radargestützter Geschwindigkeits- und Abstandsregelung (plus 790 Euro), Head-Up-Display (plus 980 Euro) und und und.

Als kleiner Trost mag gelten: Der Sechszylinder 335i kostet in Kombination mit der Achtstufen-Automatik mindestens 45.860 Euro und seine Aufpreisliste liest und rechnet sich ebenfalls lang. (SP-X)






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