6. Februar 2009

Fahrbericht Fahrbericht Audi TTS Die Schneekanone

Der Audi TTS
Der Audi TTS © Foto: press inform

Er ist rot und in der weißen Schneelandschaft gibt es keine bessere Farbe um aufzufallen. Er ist schnell, stark und sein Allradantrieb macht ihn zu einer echten Schneekanone: der Audi TTS.




Von Stefan Grundhoff

Wenn es eine Idealbesetzung für den Audi TT gibt, dann ist es das Topmodell TTS. In der zweiten TT-Generation hat Audi endlich einen echten Porsche-Jäger gefunden. Der kann sich anders als der große Bruder R8 natürlich nicht mit dem 911er messen, sorgt gegenüber Boxster und Cayman aber durchaus für Zuffenhausener Kopfzerbrechen - nicht nur auf Eis und Schnee. Denn das 2.0 TFSI-Triebwerk mit seinen 200 kW / 272 PS ist genau das richtige, was ein TT braucht.


Dezenter Auftritt

Die 200 PS des Serien-TT sind in Ordnung, doch richtig Spaß macht nur die Kombination aus drehmomentstarken Turbo-Vierzylinder und dem standesgemäßen Allradantrieb. Welcher echte Sportwagenpilot will gegen die ebenso starke wie imageträchtige Konkurrenz schon mit einem Fronttriebler unterwegs sein? Dabei ist der Audi TTS alles andere als ein Aufschneider. Sein sportlich-roter Dress hält sich auch in der weißen Umgebung überraschend dezent zurück. Breite Schweller und Schürzen sorgen zusammen mit dem 18-Zoll-Radsatzz für einen standesgemäßen Auftritt.

Zwei Doppelendrohre

Der Audi TTS
Der Audi TTS © Foto: press inform

Doch gerade weil ein fester Heckspoiler fehlt, traut man dem 1,4 Tonnen schweren Aluminiumboliden kaum seine Leistungsdaten zu. Denn wie seine schwächeren Brüder gibt es nur den zaghaft ausfahrbaren Hecknippel, der für zusätzlichen Anpressdruck sorgt. Dabei könnte der TTS entsprechend seiner Potenz mit einer etwas auffälligeren Heckansicht trommeln. Schließlich gönnt man sich ja auch zwei Doppelrohre. Der TT glänzt zunächst mit inneren Werten. Der Innenraum ist eine Klasse für sich. Alles passt, alles sieht exzellent und stimmig aus.

Hervorragende Traktion

Eine wahre Glanzbesetzung ist der kraftvolle Zweiliter-Turbo, dem durch geänderte Motorelektronik und weitere Detailmaßnahmen 200 kW / 272 PS abgerungen werden. Ab bodenständigen 2.500 Touren steht das maximale Drehmoment von 350 Nm zur Verfügung. Über 3.200 U/min geht es so richtig rund. Von 0 auf 100 km/h in 5,4 Sekunden; da muss sich selbst ein Boxster S mit mittlerweile über 300 PS strecken. Denn der 4,20 Meter lange TTS bringt seine Leistung Dank Allradantrieb und dem intelligenten Dämpfersystem Magnetic Ride prächtig auf die Straße. Das macht sich gerade bei Nässe oder dem schneereichen Winter bemerkbar. Wer es darauf ankommen lässt, kann das Heck sogar leicht schwänzeln lassen, was den Eindruck noch etwas sportlicher werden lässt. Das Dämpfersystem lässt sich über einen Schalter am Mitteltunnel manuell ansteuern.

Nicht zu hart oder weich

Der Audi TTS
Der Audi TTS © Foto: press inform

Der Sportmodus dürfte jedoch durchaus noch etwas härter sein. So ist der Sportmodus in Verbindung mit dem um zehn Millimeter tiefer gelegten Fahrwerk auf nahezu jedem Fahrbahnbelag genau das richtige - nicht zu hart und nicht zu weich. Das ist gerade bei höherem Tempo eine Wohltat. Auf der Autobahn wird der TTS bei Tachoanzeige 270 km/h eingebremst. Real sind das knapp über 250 km/h. Schade, das hier abgeriegelt wird. Muss bei einem Sportmodell wirklich nicht sein.

Frontlastiger als die Konkurrenz

Das manuelle Sechsgang-Schaltgetriebe zeigt zudem, dass es nicht immer ein 2.150 Euro teures Doppelkupplungsgetriebe sein muss, damit das Fahrerherz jubiliert. Die Sechsgangbox des TTS arbeitet präzise sportlich und ist damit auf dem besten Weg in die Sphären von Porsche oder BMW aufzusteigen. Wo der Ingolstädter Sportler nach wie vor Nachteile hat, ist bei der Gewichtsverteilung. Der TTS ist frontlastiger als die Konkurrenz und das merkt man ihm trotz Allradantrieb und tiefem Schwerpunkt gerade in schnell gefahrenen Kurven spürbar an. Bei schnellen Lastwechseln sieht es dagegen besonders dynamisch aus.

Zu viel ist zu viel

Der Audi TTS
Der Audi TTS © Foto: press inform

Wer Gaspedal und Lenkung im Griff hat, hat mit dem 272 PS starken Sportler selbst auf Schnee und Eis seine helle Freude. Die wird jedoch durch den Verbrauch getrübt. Beeinträchtigt von Winterreifen, kühlen Temperaturen und rutschigem Untergrund verbrauchte das doppelte „T“ im Durchschnitt 11,5 Liter. Das ist nicht nur angesichts eines in Aussicht gestellten Normverbrauches von 8,1 Litern pro 100 Kilometern eindeutig zu viel des ebenso guten wie zu teuren SuperPlus-Kraftstoffs. Das Tankvolumen liegt bei gut 60 Litern, Und bei diesem Durst dürfte es nicht nur angesichts der vier schmucken Endrohre gerne etwas mehr Klang sein.

Am ende der Preis

Der Preis für viel Sportlichkeit und jede Menge Alltagsnutzen ist mit 45.400 Euro nicht überdimensioniert. Wer die Sonne liegt, kann sich für knapp 3.000 Euro mehr auch für den Roadster entscheiden. Beide Varianten bieten ab Werk eine ordentliche Serienausstattung mit 18 Zoll Alufelgen, Klimaautomatik, Multifunktionslenkrad, beheizten Leder- / Alcantarasitzen, Xenonlicht und elektronisches Dämpfersystem Magnetic Ride sowie der bekannten Sicherheitsausstattung der TT-Modelle.






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