27. Mai 2006

Fahrbericht Audi RS 4 Cabrio: Betörender Sound

Audi RS 4 Cabriolet
Audi RS 4 Cabriolet © Foto: Werk

Nach der Limousine bringt Audi den RS 4 nun auch als Avant und Cabrio. Das neue Auto der Ingolstädter fasziniert - nicht nur wegen seiner Fahrdynamik.




Von Frank Mertens

Audi hat die Modellreihe des RS 4 komplettiert. Ein halbes Jahr nach der Einführung der Limousine schicken die Ingolstädter Ende Juli nun auch das Cabrio und den Avant ins Rennen. Und wer an einem RS 4 interessiert ist, dem kann man nicht allein wegen der Jahreszeit nur zu einem Cabrio raten.


420 PS unter der Alu-Haube

Natürlich bietet jedes Modell für sich allein genommen Vorteile. Doch vor allem im Cabrio kann man hautnah erleben, was der 4,2 Liter V8-Motor zu bieten hat. Da sind natürlich zunächst die reinen Leistungsdaten: Unter der aus Gründen der Gewichtsersparnis gefertigten Motorhaube aus Aluminium schlummern satte 420 PS. Sie sorgen in diesem Hochleistungssportler für ein maximales Drehmoment von 430 Nm. Es steht bei 5500 Umdrehungen in der Minute zur Verfügung.

Der 4.2 V8-Motor im RS 4
Der 4.2 V8-Motor im RS 4 © Foto: Werk

Und mit dieser Power kann man entsprechend sportlich unterwegs sein. Das Cabrio sprintet in 4,9 Sekunden von 0 auf 100 km/h, die 200 km/h sind nach 17,5 Sekunden erreicht. Das Ende der Fahnenstange liegt bei 250 km/h. Natürlich könnte der RS 4 auch schneller, doch man lässt ihn nicht: er wird bei diesem Tempo elektronisch abgeregelt. Das wird den ein oder anderen ärgern. Aber seien wir ehrlich: 250 km/h sind mehr als genug - und wo kann man sie denn schon wirklich ausfahren? Der Verbrauch liegt bei 13,9 Litern. Für ein Auto dieser Klasse ein akzeptabler Wert.

Betörender Sound

Die Faszination des Audi RS 4 geht dann doch von anderen Dingen aus. Beispielsweise vom Sound. Der ist schon im Avant und in der Limousine betörend, doch im Cabrio kann man ihn bei geöffnetem Verdeck erst so richtig genießen. Das sonore Geräusch aus den acht Zylindern ist für Sportwagenfreunde ein Genuss. Und der kann sogar noch gesteigert werden. Dann nämlich, wenn man die Sporttaste drückt.

Diese Funktion sorgt nicht nur zu einem noch spontanerem Ansprechverhalten des Motors, sondern zu einem noch sportlicherem Klangbild. Hierfür sorgt eine geöffnete Klappe in der Abgasanlage. Wer bei geöffneten Verdeck mit dem RS 4 unterwegs ist, möchte diese Funktion nicht mehr missen.

Bekannter Quattro-Antrieb

Das knackige Heck des Audi
Das knackige Heck des Audi © Foto: Werk

Seine Leistung bringt der Audi ohne Mühe auf die Straße: Traktionsprobleme sind dank des Quattro-Antriebs für ihn ein Fremdwort. Das Allradsystem ist dabei aufs Heck ausgelegt. Das heißt: 40 Prozent der Kraft liegen auf der Vorder- und 60 Prozent auf der Hinterachse. In Kombination mit dem straffen, aber nicht unkomfortablen Fahrwerk ist man so ausgesprochen sportlich unterwegs.

Wie es für ein Sportwagen wie den RS 4 angebracht ist, lässt das ESP eine sehr sportliche Fahrweise zu, indem es später und kürzer eingreift. dabei kann das ESP für besonders ambitionierte Fahrer auch in zwei Stufen ausgeschaltet werden. In Stufe eins verzichtet der Fahrer auf die Anti-Schlupfregelung, während die ESP-Funktion weiter zur Verfügung steht. In der zweiten Stufe ist das System komplett ausgeschaltet. Das sollte man allerdings nur abseits öffentlicher Straßen machen, zur eigenen und zur Sicherheit anderer Verkehrsteilnehmer.

Glänzend abgestimmes Fahrwerk

Das Cockpit ist übersichtlich
Das Cockpit ist übersichtlich © Foto: Werk

Doch das Sicherheitspotenzial des RS 4 ist enorm. Mit seinem glänzend abgestimmten Fahrwerk lässt er sich kaum aus der Ruhe bringen. Und wenn der Fahrer sich doch einmal überschätzt, greift das ESP behutsam ein, so es denn eingeschaltet ist. Darüber hinaus vermindert das von Audi Dynamic Ride Control genannte System Wank- und Nickbewegungen und steigert damit noch einmal die Fahrdynamik.

Die Lenkung ist erstklassig: Sie spricht direkt an und vermittelt eine sehr gute Rückmeldung. Die Sechsgangschaltung arbeitet ebenso präzise, der silberfarbene Schaltknauf lässt sich ohne Hakeln durch die Schaltgassen führen. Die Haptik und Optik der im Innenraum verwendeten Materialien lässt keine Wünsche offen. Das fängt beispielsweise beim Sportlenkrad an, dass am unteren Ende abgeflacht ist und den Schriftzug RS 4 trägt und setzt sich bei den Carbon-Applikationen fort. Die Pedalen haben eine Aluminiumoptik.

Verdeck öffnet bis 30 km/h

Das Verdeck des Cabrios lässt sich übrigens bis zu einer Geschwindigkeit von 30 km/h öffnen und schließen. Dafür braucht es nur 21 Sekunden. Durch die Verwendung neuer Materialien mit einer größeren Dichte ist im Innenraum für eine gute Geäuschdämmung gesorgt. Laut Audi soll sie fast auf dem Niveau der Limousine liegen.

Das einzige Problem beim neuen Audi RS 4 Cabrio ist der Preis. Er fängt bei 82.900 Euro an. Dafür bekommen die Kunden, die es sich denn leisten können, ein faszinierendes Auto. Eines mit beeindruckenden Fahrleistungen und einem betörendem Sound. Insbesondere dann, wenn man offen fährt.






Mehr zur Marke Audi

Audi-Entwicklungsvorstand Peter Mertens«Was wir ankündigen, setzen wir auch um»

Audi kann seinen Kunden bisher kein Elektroauto anbieten. Entwicklungsvorstand Peter Mertens findet das unproblematisch, wie er der Autogazette sagte.


Auf 999 Exemplare limitiertAudi R8 RWS: Für puristische Allrad-Gegner

Audi bringt eine neue Variante des R8 auf den Markt. Der RWS ist vor allem für diejenigen Anhänger des Purismus gedacht, die einem Allrad-Sportwagen skeptisch gegenüber stehen.


Tadelloser Kleinwagen Audi A1: Unerkannter Musterprofi

Dem Audi A1 war zu Beginn vor rund sieben Jahren kein großer Erfolg beschieden. Dabei schlägt sich Audis Kleiner besonders gut auch als Gebrauchter – und eine tierisch große Fangruppe hatte er leider auch.



Mehr aus dem Ressort

Kia steigt mit dem Stonic in das Segment der Mini-SUV ein
Neues Mini-SUVKia Stonic: Tonangebend durch die trendige Harmonielehre

Kia steigt mit dem Stonic in das Segment der kleinen SUV ein. Auf dem optisch geländefähigen Ableger des Rio setzen die Koreaner ganz hohe Erwartungen.


VW vergrößert das Einsatzgebiet des Crafter
69 verschiedene Kombinationen des NutzfahrzeugsVW Crafter: Den Mount Everest ausgetrickst

Die Nutzfahrzeugsparte von Volkswagen hat dem Crafter neue Derivate zukommen lassen. Der im vergangenen Jahr zum Van of the Year gewählte Transporter wird beim Angebot trotzdem weiter nachlegen.


Der Ford F-150 Raptor greift auf 450 PS zurück
Pickup mit 450 PSFord F-150 Raptor: Exotisches Raubtier

Eigentlich ist der F-150 Raptor nur dem amerikanischen Markt vorbehalten. Doch einige Exemplare von Fords Vorzeige-Pickup verirren sich auch mal in die „Alte Welt“.