27. April 2006

Fahrbericht Audi A6 allroad: Edel ins Gelände

Der Audi A6 allroad
Der Audi A6 allroad © Foto: Werk

Audi bringt im Juni die zweite Generation des A6 allroad quattro auf den Markt. Der Neue macht mit seiner Offroad-Optik einiges her. Ein richtiger Klettermaxe ist er jedoch nicht. Doch das will er auch gar nicht sein.




Von Frank Mertens

Sie schätzen zwar die Fahreigenschaften des Audi A6 Avant, doch das Erscheinungsbild des Kombis aus Ingolstadt ist Ihnen nicht individuell genug? Kein Problem: Für alle, die auf Individualismus Wert legen und sich von der breiten Masse abheben wollen, bietet Audi ab Juni die zweite Generation des allroad an.


Enge Verwandtschaft

Die Verwandtschaft mit dem Avant ist dem Neuen anzusehen. Doch im Vergleich zu seinem im Jahr 2000 erstmals auf den Markt gekommenen Vorgänger, der sich allein 90.000 Mal verkauft hat, sieht der Nachfolger deutlich schicker aus: Für Aufmerksamkeit sorgt vor allem der mächtige Kühlergrill mit seinen in Chrom gehaltenen Leisten, der mit dem in Edelstahl gehaltenem Unterfahrschutz korrespondiert.

Modifiziert worden sind auch die Stoßfänger: Die Kunststoffbeplankungen sorgen hier als auch an den Radkästen für den rustikalen Offroad-Charme. Wer darauf

Das Heck des A& allroad
Das Heck des A& allroad © Foto: Mertens

nicht steht, der kann sie optional auch in Wagenfarbe lackieren lassen - gegen Aufpreis, versteht sich. Am Heck findet sich die gleiche Optik wie vorn wieder. Das Hinterteil sieht zwar nicht schlecht aus, aber ein wenig mehr Mut hätten die Designer hier schon zeigen können. Etwas mehr Bulligkeit hätte dem allroad gut zu Gesicht gestanden.

Wahre Bestimmung

Der Unterfahrschutz beim A6
Der Unterfahrschutz beim A6 © Foto: Mertens

Apropos Geländetauglichkeit: Seine wahre Bestimmung findet der neue allroad ohnehin nicht im Gelände. Wie bereits bei den klassischen SUVs wagen mit ihm jedoch gerade einmal nur drei bis vier Prozent der Kunden einen Abstecher ins Gelände. Doch wer den Ausritt abseits befestigter Straßen sucht, kann mit dem Allradler auf leichten Geläuf bequem unterwegs sein. Dafür sorgt neben dem serienmäßigen Quattro-Antrieb vor allem die Luftferderung; von Audi Adaptive Air Suspension genannt.

Mit ihr lässt sich der allroad bis zu 18,5 Zentimeter in die Höhe pumpen. Damit ist der A6 allroad zwar kein ausgemachter Klettermaxe, doch Böschungswinkel von 18,3 Grad vorn und Wasserdurchfahrten von 30 Zentimetern meistert er problemlos. Wer mehr will, der muss sich halt für den Q7 von Audi entscheiden

2500 Euro Mehrpreis

Macht auch abseits der Straße eine gute Figur
Macht auch abseits der Straße eine gute Figur © Mertens

Wer nach der Ausfahrt wieder auf die Straße zurückkehrt, dem senkt das System das Fahrzeug ab Tempo 80 km/h um 15 beziehungsweise ab 120 km/h 20 Millimeter automatisch ab. So lässt sich der allroad im Vergleich zum Vorgänger auch bequem durch die Kurven jagen. Trotz des höheren Schwerpunkts sind keine nervigen Nickbewegungen festzustellen. Im Fahrverhalten unterscheidet sich der allroad dann auch nicht großartig vom Avant. Dafür beim Outfit. Und für diesen Unterschied zum Avant mit quattro-Antrieb muss der Käufer rund 2500 Euro mehr auf den Tisch legen.

Der 3.0 TDI im Audi A& allroad
Der 3.0 TDI im Audi A& allroad © Foto: Mertens

Bei der Motorisierung hat der Kunde die Qual der Wahl zwischen vier Aggregaten - zwei Benzinern und zwei Dieseln. Alle Aggregate sind Direkteinspritzer. Die Einstiegsmotorisierung ist der 2.7 TDI mit 132 kW/180 PS und einem maximalen Drehmoment von 380 Nm. Der Preis beginnt bei 47.600 Euro. Daneben ist noch der 3.0 TDI mit 171 kW/233 PS (ab 48.600 Euro), der 3.2 FSI mit 188 kW/255 PS (ab 50.600 Euro) und der 4.2 FSI mit 257 kW/350 PS (ab 66.000 Euro) im Angebot. Der 4.2 FSI V8 bringt es auf ein maximales Drehmoment von 440 Nm. Von uns getestet auf den kurvigen Strecken im italienischen Meran wurde der 3.0 TDI mit Sechsgangschaltung.

Beliebter Diesel

Das Cockoit im allroad
Das Cockoit im allroad © Foto: Werk

Und der Diesel, für den sich laut Audi wohl etwas mehr als 30 Prozent der Kunden entscheiden werden, verdient sich Bestnoten. Und das nicht nur wegen seines geringen Geräuschpegels. Überzeugen kann der Dreiliter-Motor mit seinen 233 PS insbesondere durch sein Drehmoment. Die satten 450 Nm stehen nämlich bereits ab 1400 Umdrehungen pro Minute zur Verfügung. Damit kann man äußerst schaltfaul unterwegs sein und verfügt dennoch über ausreichend Durchzugskraft selbst aus niedrigen Drehzahlbereichen.

Bietet ausreichend Platz im Kofferraum
Bietet ausreichend Platz im Kofferraum © Foto: Mertens

Die Beschleunigungswerte des 3.0 TDI lassen sich dann auch sehen: Von null auf 100 km/h sprintet das 1880 Kilogramm schwere Fahrzeug in 7,5 Sekunden. Seine Spitzengeschwindigkeit ist bei 231 km/h erreicht. Der Kraftstoffverbrauch liegt laut Hersteller bei 8,4 Litern. Der Rußpartikelfilter ist übrigens Serie. So exakt das Sechsganggetriebe arbeitet, so exakt spricht auch die Lenkung an: Sie vermittelt dem Fahrer einen sehr guten Kontakt zur Straße. Nicht ganz überzeugen konnten die Bremsen: Nach meinem Geschmack könnten sie etwas kräftiger zupacken.

Das der Audi A6 allroad kein Billigfahrzeug ist, ist bei einem Einstiegspreise von 47.600 Euro klar. Doch wer sich für den Kombi-Offroader entscheidet, der lässt sich seinen Individualismus gerne einige Tausend Euro mehr als beim Avant gerne etwas kosten.






Mehr zur Marke Audi

Audi-Entwicklungsvorstand Peter Mertens«Was wir ankündigen, setzen wir auch um»

Audi kann seinen Kunden bisher kein Elektroauto anbieten. Entwicklungsvorstand Peter Mertens findet das unproblematisch, wie er der Autogazette sagte.


Auf 999 Exemplare limitiertAudi R8 RWS: Für puristische Allrad-Gegner

Audi bringt eine neue Variante des R8 auf den Markt. Der RWS ist vor allem für diejenigen Anhänger des Purismus gedacht, die einem Allrad-Sportwagen skeptisch gegenüber stehen.


Tadelloser Kleinwagen Audi A1: Unerkannter Musterprofi

Dem Audi A1 war zu Beginn vor rund sieben Jahren kein großer Erfolg beschieden. Dabei schlägt sich Audis Kleiner besonders gut auch als Gebrauchter – und eine tierisch große Fangruppe hatte er leider auch.



Mehr aus dem Ressort

Kia steigt mit dem Stonic in das Segment der Mini-SUV ein
Neues Mini-SUVKia Stonic: Tonangebend durch die trendige Harmonielehre

Kia steigt mit dem Stonic in das Segment der kleinen SUV ein. Auf dem optisch geländefähigen Ableger des Rio setzen die Koreaner ganz hohe Erwartungen.


VW vergrößert das Einsatzgebiet des Crafter
69 verschiedene Kombinationen des NutzfahrzeugsVW Crafter: Den Mount Everest ausgetrickst

Die Nutzfahrzeugsparte von Volkswagen hat dem Crafter neue Derivate zukommen lassen. Der im vergangenen Jahr zum Van of the Year gewählte Transporter wird beim Angebot trotzdem weiter nachlegen.


Der Ford F-150 Raptor greift auf 450 PS zurück
Pickup mit 450 PSFord F-150 Raptor: Exotisches Raubtier

Eigentlich ist der F-150 Raptor nur dem amerikanischen Markt vorbehalten. Doch einige Exemplare von Fords Vorzeige-Pickup verirren sich auch mal in die „Alte Welt“.