10. Oktober 2007

Fahrbericht Luxus in der Mittelklasse

Der neue Audi A4
Der neue Audi A4 © Foto: AG/Langenwalter

Für das Image von Audi mögen die nobleren Baureihen wichtiger sein, doch den Eckpfeiler der Marke bildet nach wie vor der A4. Der Neuauflage ihres Volumenmodells haben die Ingolstädter jetzt zahlreiche Oberklasse-Features spendiert.




Von Michael Langenwalter

Nach den diversen Neuheiten im oberen Bereich des Produktportfolios ist es höchst interessant zu sehen, wie Audi mit seinem wichtigsten Volumenmodell umgeht. Der A4 als «Butter-und-Brot-Auto» der Ingolstädter macht immerhin (den Urahn Audi 80 mit eingerechnet) mehr als die Hälfte alle verkauften Audi-Fahrzeuge aus. Dem Ingolstädter Autobauer war bei der Entwicklung der nunmehr achten Modell-Generation wohl bewusst, dass der Erfolg der Marke ganz entscheidend von eben dieser Baureihe abhängt.


Features vom großen Bruder

Der A4 mag weiterhin als klassische und wie von Audi gewohnt exzellent verarbeitete Mittelklasselimousine durchlaufen. Doch würde dies dem Anspruch des auf Sportlichkeit bedachten Premiumherstellers nicht mehr genügen. So ist es wenig verwunderlich, dass diverse aus dem A6 bekannte Features wie der intelligente Schlüssel oder das zentrale Steuersystem MMI jetzt auch beim kleineren Bruder zu finden sind. Da der neue A4 um elf Zentimeter auf nun 4,70 Meter Länge gewachsen ist, haben nun selbst die Fond-Passagiere kaum weniger Platz wie im größeren Modell. Zudem wurde das Design des A4 auf ein zeitgemäßes Niveau gebracht. Eine stark konturierte Motorhaube, die elegante Dachlinie und das knackige Heck vermitteln schon optisch einen Hauch von Aggressivität. Kantige Scheinwerfer und Rückleuten setzen weitere stilbildende Akzente. All diese Punkte machen deutlich, dass Audi mit der Neuauflage des A4 für sich das Mittelklassen-Segment deutlich nach oben verschoben hat.

Neues Konzept beim Vorderwagen

Audi ist besonders stolz auf das verbesserte Handling
Audi ist besonders stolz auf das verbesserte Handling © Foto: AG/Langenwalter

Die einschneidenste Verbesserung beim neuen A4 betrifft jedoch das Handling des Fahrzeugs. Dabei profitiert der Wagen deutlich von seinem verlängerten Radstand. «Wir haben hier ein komplett neues Konzept des Vorderwagens umgesetzt, wodurch wir eine ausgewogene Achsverteilung erreichen», erläutert Audi-Technikexperte Klaus Verweyen den Kniff. Konkret wurde die Vorderachse um 15 Zentimeter nach vorne versetzt, während der Motor ein klein wenig zurückgesetzt wurde. Eine etwas breitere Spur und neue Achsen runden das Paket ab. Das bringt dem A4 eine hier bislang nicht gekannte Agilität und Balance. Zudem lässt sich der Wagen mit minimalen Kraftaufwand am Lenkrad präzise rangieren.

Sparsamere Motoren

CD-Radio mit Monitor und Klimaautomatik sind Serie
CD-Radio mit Monitor und Klimaautomatik sind Serie © Foto: AG/Langenwalter

In Sachen Motoren geht der Audi A4 zunächst mit zwei Benzinern und drei Dieseln an den Start. Bei allen Aggregaten hat der Hersteller eigenen Angaben zufolge den Verbrauch um zehn Prozent gesenkt. Der Einstiegs-Benziner ist zunächst ein leise laufender 1.8 TFSI mit 118 kW/160 PS Leistung und einem maximalen Drehmoment von 250 Newtonmetern. Das ist gut für einen Wert von 8,6 Sekunden für den Spurt von 0 auf 100 km/h, 225 km/h Spitze und 7,1 Liter Durchschnittsverbrauch. Das garantiert, wie die ersten Testfahrten auf Sardinien gezeigt haben, bereits eine richtig sportliche Fahrweise. Mehr muss es eigentlich gar nicht sein. Auch beim Preis von 28.950 Euro gibt sich Audi äußert aggressiv, wobei sechs Airbags, ESP und ABS sowie ein CD-Radio mit Monitor und eine Klimaautomatik zum Standard gehören. Zu empfehlen ist das optionale Audi Drive Select. Dahinter verbirgt sich eine neuartige Lenkung und die Möglichkeit, das Fahrverhalten per Knopfdruck in drei Stufen zu ändern und damit dem jeweiligen Fahrstil anzupassen.

Über dem derzeitigen Einstiegsmodell rangiert bei den Benzinern noch ein mächtiges 3,2-Liter-Aggregat mit 265 PS. Bei den Dieseln ist der 143 PS starke 2.0 TDI mit einem Verbrauch von 5,5 Litern die Basisversion (30.400 Euro). Ein 2,7-Liter-TDI (190 PS) sowie ein überzeugender V6 TDI (lediglich 240 PS, dafür aber 500 Newtonmeter) komplettieren das Angebot.

In Sachen Getriebe und Antriebsvariante lässt Audi seinen Kunden auch beim A4 die Qual der Wahl: Schaltung, Automatik oder stufenlose Multitronic auf der einen oder - für die meisten Modelle - Frontantrieb oder die jetzt leicht hecklastig ausgelegte Quattro-Variante auf der anderen Seite.

Konkurrenz im eigenen Haus

Stilbildend beim A4 sind die kantigen Heckleuchten
Stilbildend beim A4 sind die kantigen Heckleuchten © Foto: AG/Langenwalter

Dass der neue Audi A4, der ab Anfang Dezember bei den Händlern steht, auch tatsächlich ein Erfolg wird, davon sind die Ingolstädter seit der IAA im September fest überzeugt. Dort war die Limousine als Weltpremiere erstmals einem breiten Publikum vorgestellt worden. «Die Resonanz auf das neue Modell war riesig», so Erik Maar, zuständig fürs Produktmanagement. Gerade das Design habe die Leute besonders angesprochen. Dabei kommt der auf dem deutschen Markt bevorzugte Kombi erst Anfang kommenden Jahres. Beim Vorgänger hatten sich zwei von drei Käufern für den Avant entschieden. Das Verhältnis dürfte sich künftig wohl aber etwas zugunsten der Stufenheckversion verschieben, die vor allem in Sachen Fahrdynamik deutlich hinzugewonnen hat.

Die zunächst verfügbaren fünf Motorisierungen sind für den A4 aber nur der Anfang. Die Einstiegsversion, ein 1,8 Liter mit 120 PS für 25.900 Euro, folgt im Januar. Für alternative Antriebskonzepte auf Hybrid-, Ethanol- und Gas-Basis ist die Entwicklung bei Audi schon sehr weit fortgeschritten. Auch daran haben die Ingolstädter also gedacht.






Mehr zur Marke Audi

Musterknabe beim TÜVAudi TT: Nicht nur schön, auch zuverlässig

Der Audi TT ist nicht nur ein schickes Auto, sondern es ist als Gebrauchter auch ein zuverlässiges. Beim TÜV ist er unauffällig.


Gute GeschäftszahlenAudi geht gestärkt in anstehende Modelloffensive

Audi kommt so langsam wieder in Fahrt. Die VW-Tochter konnte im dritten Quartal bei Umsatz und Gewinn deutlich zulegen.


Weltpremiere in IngolstadtAudi A7: Anders sein als die Geschwister

Audi hat in Ingolstadt den neuen A7 vorgestellt. Im Gegensatz zu früheren Modellen ist er auch wieder deutlich von anderen Modellen der Marke zu unterscheiden.



Mehr aus dem Ressort

Der Fiat Fullback Cross fühlt sich abseits der Straßen sehr wohl
Baugleich mit dem Mitsubishi L200Fiat Fullback Cross: Das Problem mit der Verwandtschaft

Das Segment der Pickups bildet noch eine kleine Community in Europa. Der Fiat Fullback Cross trifft dabei auf eine große multikulturelle Verwandtschaft der Lastenträger.


Ssangyong hat den Rexton komplett neu gestaltet
Vierte Generation des FlaggschiffsSsangyong Rexton: Neue Proportionen

Ssangyong fährt den Rexton in die vierte Auflage. Dabei hat das Flaggschiff eine komplette Umwandlung erhalten, bei der nur noch der Name übrig blieb.


Der Opel Insignia Country Tourer mag die rustikale Art
Dritte Variante des FlaggschiffsOpel Insignia Country Tourer: Ein wenig Freiheit und Abenteuer

Trotz des Booms bei den SUV gibt es auch noch Anhänger rustikaler Kombis. Opel schickt erneut die Offroad-Variante Country Tourer in den Schnee und Matsch.