26. Januar 2008

Fahrbericht Kleiner Beau

Das Audi A3 Cabrio
Das Audi A3 Cabrio © Foto: Audi

Der Audi A3 ist nun auch offen zu haben. Das neueste Cabrio der Ingolstädter kann fast rundum überzeugen, störend sind nur die starren Überrollbügel.




Von Frank Mertens

Es wird für Cabrio-Fans ein interessantes Jahr. Denn mit BMW und Audi bringen gleich zwei Premiumhersteller in diesem Frühjahr zwei ausgesprochen attraktive Cabriolets in der Kompaktklasse auf den Markt. Während in München der 1er nun als offene Version angeboten wird, ist es bei den Ingolstädtern der A3.


Ab Februar bestellbar

Da man sich bei der VW-Tochter angesichts des zwölften Absatzrekordes ausgesprochen selbstbewusst gibt, sieht Audi-Entwicklungs-Vorstand Michael Dick im A3 Cabrio auch das «Premiumangebot im Kompaktsegment», wie er bei der Fahrpräsentation im französischen Le Castellet sagte. Mit Unterstützung des neuen Cabrios will Audi in diesem Jahr das zweimillionste Fahrzeug der A3-Baureihe, zu der außerdem der A3, der A3 Sportback und der S3 gehören, seit dem Produktionsstart verkaufen. Allein von dem ab Februar bestellbaren A3 Cabrio will Audi in diesem Jahr mindestens 20.000 Fahrzeuge absetzen. Bestellbar ist es ab Februar.

Das Stoffverdeck am Audi A3 Cabrio
Das Stoffverdeck am Audi A3 Cabrio © Foto: AG/Mertens

Wie alle Cabrios aus Ingolstadt, weist auch das A3 ein Stoffverdeck auf. Schließlich soll ein solches Fahrzeug seinem Fahrer und auch dem Betrachter das Gefühl von Leichtigkeit vermitteln, erklärt Projektleiter Jens Müssig. Das sich in nur neun Sekunden zu öffnende Verdeck verfügt dabei nicht nur über eine ausgesprochen großzügige Rückscheibe, sondern auch über einen sehr guten Schallschutz. So soll das vollautomatische Verdeck bei einer Geschwindigkeit von 140 km/h mit 71 Dezibel nur gerade einmal ein Dezibel über dem des geschlossenen A3 liegen. Ob dieser Wert stimmt, wurde nicht nachgemessen. Doch bei den Fahrtests mit geschlossenem Verdeck und diesem Tempo herrschte im Innenraum eine angenehme Geräuschkulisse. Wer will, kann das Softtop am A3 während der Fahrt bis 30 km/h öffnen.

Ein Hingucker

Das Cockpit im A3 Cabrio
Das Cockpit im A3 Cabrio © Foto: Audi

Das Design des neuen Kompaktmodells ist gelungen: Bei Stopps während der Testfahrten blieben immer wieder Passanten stehen und schauten sich dieses Auto mit zustimmendem Kopfnicken an. Kein Wunder, denn der A3 sieht nicht schlecht aus, er ist ein kleiner Beau. An der Front fällt zunächst der Audi-typische Singleframegrill auf. Auf den zweiten Blick stechen zwei seitlich vom Kühlergrill hinaufsteigende Linien ins Auge. Sie reichen bis zur recht schräg gestellten Windschutzscheibe.

Der Blick von oben ins A3 Cabrio
Der Blick von oben ins A3 Cabrio © Foto: Audi

Durch den ausgeklügelten Faltmechanismus bietet der Kofferraum ein Volumen von 260 Liter - und das sowohl bei offenem und geschlossenem Verdeck. Legt man die Rücksitze um, gibt es sogar Platz für 674 Liter, genug für einen längeren Urlaubstrip zu zweit. Die beiden Sitze im Fond sind umklappbar, sodass sich auch mühelos sperrige Gegenstände wie Ski transportieren lassen. Bleiben die Rücksitze aufgestellt, wird das A3 Cabrio seinem Anspruch eines Viersitzers durchaus gerecht. Auf den hinteren beiden Plätzen können sich auch großgewachsene Mitfahrer um die 1,90 Meter ohne große Qualen niederlassen. Geschmackssache sind die nicht versenkbaren Überrollbügel an den hinteren Kopfstützen. Wären sie versenkbar, würde der A3 einen noch besseren Gesamteindruck abgeben.

Starre Überrollbügel

Der 1.8 TFSI-Motor
Der 1.8 TFSI-Motor © Foto: AG/Mertens

Dass man sich für starre Überrollbügel entschied, lag zum einem an der Designsprache - auch der TT oder der A4 verfügen über diese gearteten Überrollbügel. Zum anderen wollten die Entwickler nicht am Kofferraumvolumen sparen. Hätte man sich für versenkbare Bügel entschieden, wäre auch die Durchlademöglichkeit - sie liegt bei 1,50 Meter - eingeschränkt worden.

Die Charakterlinie am Audi A3 Cabrio läuft links und recht am Singleframgrill entlang
Die Charakterlinie am Audi A3 Cabrio läuft links und recht am Singleframgrill entlang © Foto: AG/Mertens

So gut wie der Eindruck des Designs, ist auch der der Fahreigenschaften. Der von uns getestete 1.8 TFSI verfügt über eine Leistung von 118 kW/160 PS. Dabei liegt das maximale Drehmoment dieses Vierzylinder-Motors bei 250 Nm, die zwischen 1500 bis 4200 Umdrehungen in der Minute anliegen. Bekannt, aber immer wieder zu loben, ist das DSG-Getriebe, was bei Audi S-Tronic heißt. Es sorgt für annähernd verzögerungsfreie Beschleunigung, eine Zugkraftunterbrechung ist so gut wie nicht zu spüren. Mit diesem Motor beschleunigt der A3 in 8,3 Sekunden von 0 auf 100 km/h. Das sind durchaus sportliche Werte - und diese Sportlichkeit macht auch das Fahrwerk ohne Probleme mit.

Bei den Testfahrten ließ sich das Cabrio selbst bei flott genommenen Kurvendurchfahrten nicht aus der Ruhe bringen; unbeeindruckt zog es seine Bahnen. Die Lenkung vermittelt einen sehr guten Kontakt zur Straße. Wer auch in einem Cabrio Wert auf Topspeed legt - so etwas soll es ja geben - für den endet der Spaß bei 218 km/h. Der Verbrauch wird von Audi mit 7,3 Liter angeben.

Einstiegspreis 27.950 Euro

Die Seitenlinie des A3
Die Seitenlinie des A3 © Foto: Audi

Neben dem 1.8 TFSI gibt es noch einen weiteren Ottomotor, den 2.0 TFSI mit 147 kW/200 PS. Wer lieber mit einem Diesel unterwegs ist, kann zwischen einem 1.9er TDI (105 PS) und einem 2.0 TDI Commonrail-Diesel mit 140 PS wählen. Die Welt in die Cabrio-Welt von Audi beginnt bei 27.950 Euro für den 1.9 TDI, der 1.8 TFSI beginnt bei 29.100 Euro. Auf eines müssen die A3 Cabrio-Kunden indes verzichten, einen Allradantrieb.

Doch das ist es dann auch schon an Verzicht. Alles andere ist Premium - wie auch der Innenraum, in dem man sich auf Anhieb wohlfühlt. Spannend bleibt nun, wer am Ende des Jahres die Nase in der Kundengunst vorn hat: Der BMW oder Audi? Oder vielleicht der VW Eos oder der Renault Megane CC? Oder vielleicht sogar ein ganz anderes Cabrio? Es bleibt spannend.






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