17. Juni 2010

Fahrbericht Audi A1 Unterstützung vom Flaggschiff

Der kleinste Flitzer aus Ingolstadt
Der kleinste Flitzer aus Ingolstadt © Audi A1

Audi schickt den A1 als Konkurrenten zum Kultauto Mini ins Rennen. Mit Ausstattungen aus dem A8 soll der kleine Flitzer das Segment kräftig durcheinander wirbeln.




Von Frank Mertens

Glaubt man Peter Schwarzenbauer, dann entwickelt sich der Audi A1 zu einem Erfolgsmodell für den Ingolstädter Autobauer. So viele Vorbestellungen wie für den neuen Kleinwagen im Produktportfolio hätte es in einer solch frühen Phase noch nicht gegeben, sagte unlängst der Audi-Vertriebsvorstand. Die Kunden scheinen offenkundig auf den A1 gewartet zu haben. Dabei ist er mit einem Einstiegspreis von 15.800 Euro für den 1.2 TFSI mit 86 PS alles andere als ein Schnäppchen, aber damit doch der günstigste Einstieg in die Premiummarke mit den vier Ringen.


Junges Klientel im Visier

Audi, das ist längst bekannt, strotzt geradezu vor Selbstbewusstsein. Das zeigte sich wieder einmal bei der Vorstellung des neustens Modells in Potsdam. Natürlich wolle man mit diesem Auto nicht weniger als eine neue Benchmark im Segment setzen, ließ man in der Landeshauptstadt wissen. Bei BMW wird man das mit Interesse hören. Denn die Kultmarke Mini ist der Hauptkonkurrent des A1. Es wird spannend sein zu sehen, ob man ausgerechnet bei Mini mit dem A1 auf Kundenfang gehen kann.

Doch eines ist klar: Wie der Mini will Audi mit dem A1 jüngere Kunden ansprechen, möglichst jene, die jünger als 30 Jahre alt sind, wie Peter Hirschfeld aus dem Produktmarketing sagte. Und dieses Klientel, so führt der Marketingmann aus, sei an Lifestyle interessiert.

Entertainment-Angebot aus dem A8

Entsprechend bedient werden soll diese Kundschaft durch ein Entertainment-Angebot, das in dieser Klasse seines gleichen sucht. Zum Einsatz kommt im A1 das Entertainment- und Navigationssystem MMI, das Audi sonst nur in seinem Flaggschiff A8 anbietet.

"Das ist der neue Benchmark in dieser Klasse", sagt Hirschfeld. Der A1, so fügt er hinzu, soll übrigens zu 50 Prozent von Frauen gekauft werden. Vielleicht deshalb bietet der kleine Audi auch die Option, den A1 in 800 verschiedenen Optionen zu gestalten. Dazu gehört auch die Lackierung der Dachbögen in unterschiedlichen Farbtönen. Individualisierung ist halt alles für eine Lifestyle-orienterte Kundschaft.

Platzängste im Fond

Die Liebe zum Detail ist diesem Auto anzumerken. So weist der 3,95 Meter kurze A1 die gleichen geschwungenen LED-Scheinwerfer auf, die man schon vom Flaggschiff der Ingolstädter kennt. Das sieht, man muss es zugegeben, einfach schick aus. Der Innenraum ist kaum zu beanstanden, zumindest was den vorderen Bereich betrifft: Hier herrscht optisch und haptisch der Eindruck vor, den man von einem Auto erwartet, das bei 15.800 Euro beginnt: das ist Audi-like. Im Fond wundert man sich jedoch darüber, dass die Seitenverkleidungen doch arg plastiklastig sind. Kinder, die hinten Platz nehmen, werden hier schnell für ausreichend Kratzer sorgen.

Apropos Platz: Ja, vorne sitzt man ausgesprochen kommod, hinten jedoch nicht. Zumindest wenn man größer als 1,70 Meter ist. Größere Personen sollten es sich erst gar nicht antun, hier länger Platz nehmen zu wollen. Jenseits von 1,80 Meter wird es zur Tortur, auch deshalb, weil die Schläge der Straße im Fond recht deutlich wahrgenommen werden. Entsprechend ist der A1 auch ein Zweisitzer mit zwei Notsitzen. Der Kofferraum kann übrigens als ebensolcher bezeichnet werden. Er bietet immerhin Platz für 270 Liter – das ist durchaus anständig.

Kein Go-Kart-Feeling, aber Fahrspaß

Doch kommen wir zum Fahrverhalten. Gut, ein Go-Kart-Feeling wie im Mini kommt im A1 nicht auf, doch verstecken muss sich der Audi beileibe nicht. Das Fahrwerk ist knackig abgestimmt, die Lenkung präzise. Es macht Spaß, in diesem kleinen Flitzer unterwegs zu sein. Der von uns getestete 1.6 TDI mit 105 PS macht dabei einen ausgesprochen souveränen Eindruck. Sein Drehmoment von 250 Newtonmetern lassen sich sehen und spüren.

Unterwegs ist der 1.6 TDI mit einem manuellen Fünfgangschaltgetriebe – es machte einen guten Eindruck. Da der A1 nur etwas mehr als eine Tonne auf die Waage, bringt lässt er sich ausgesprochen sportlich fahren, was sich auch bei den Leistungswerten zeigt. In 10,5 Sekunden erreicht er Tempo 100, die Spitzengeschwindigkeit wird mit 190 km/h angegeben.

Erfreulicher Verbrauch

Besonders erfreulich ist indes der Verbrauch des mit einer Start-Stopp-Automat ausgestatteten A1: Er lag nach den ersten Testkilometern rund durchs Brandenburgische bei gerade einmal 4,7 Litern – und das bei durchaus normaler Fahrweise. Wer ökonomischer fährt, für den dürfte auch die Vierliter-Marke zu schaffen sein. Zum Marktstart im Spätsommer stehen für den A1 zunächst zwei Benziner (1.2 TFSI/86 PS und der 1.4 TFSI/122 PS) und zwei Diesel (1.6 TDI mit 90 und 105 PS).

Bei den Selbstzündern geht die Empfehlung indes klar zu den 105 PS. Der Commonrail-Motor beim kleinen Diesel ist doch für einen Audi arg präsent, man kann auch sagen nervig. Doch sieht man einmal davon ab, dann ist der A1 für die Kunden durchaus eine Empfehlung, die sich ihren Lifestyle-Spaß mindestens 15.800 Euro kosten lassen wollen.






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