9. September 2011

Fahrbericht Zuverlässiger Allrounder BMW R 1200 R: Gemacht für lange Ausfahrten

Die BMW R 1200 R bietet gute Fahreigenschaften.
Die BMW R 1200 R bietet gute Fahreigenschaften. © BMW

Die BMW R 1200 R ist eine Maschine, mit der man wenig falsch machen kann. Sie bietet ein gutes Handling, ausreichend Leistung und leistet sich kaum Schwächen, wie unser Test zeigt.




Von Frank Mertens

Es gibt Motorradfahrer, die legen keinen Wert auf irgendwelchen Schnickschnack. Sie wollen ein Bike, auf dem sie Platz nehmen und sich auf Anhieb wohl fühlen. Im Idealfall sollte es noch gut motorisiert sein, um für die verschiedenen Bedürfnisse gewappnet zu sein.

Wer nach einem solchen Gefährt Ausschau hält, sollte sich einmal die BMW R 1200 R anschauen. Es ist Bike, das alle diese Eigenschaften erfüllt – und das ohne Abstriche. Oft entscheidet ja bereits der erste Moment darüber, ob Fahrer und Maschine zueinander passen. Entweder es passt oder es passt nicht.


Gute Sitzposition auf BMW R 1200 R

Auf der BMW R 1200 R passt es – und das auf Anhieb. Da kommt nach dem Aufsteigen gar nicht erst das mulmige Gefühl auf, dass die Entscheidung falsch war, sich ausgerechnet für diesen Roadster der Münchner entschieden zu haben. Fahrer und Maschine harmonieren sofort.


Die Instrumente der BMW R 1200 R sind klar strukturiert
Die Instrumente der BMW R 1200 R sind klar strukturiert © BMW

Dafür sorgt zunächst einmal der 76 Zentimeter hohe Komfortsitz, der einem in Kombination mit der aufrechten Sitzhaltung bequeme Ausfahrten ermöglicht. Wem diese Sitzhöhe zu niedrig ist, kein Problem, BMW offeriert seinen Kunden auch eine Komfortsitzbank mit 83 Zentimeter Abstand zur Straße. So finden sowohl kleinere als auch größere Fahrer die für sie geeignete Sitzposition. Diese BMW ist ein Allrounder, der breite Käuferschichten ansprechen will.

Gut, mit ihrem klaren Design bringt sie das Blut des Betrachters nicht in Wallung, doch sie verschreckt auch niemanden. Wer mit seiner Maschine polarisieren will, der muss sich bei anderen Marken umschauen. Die R 1200 R möchte von Jedermann gemocht werden – und wer das erste Mal mit ihr unterwegs war, kann sich ihrem Charme nur schwer entziehen. Das fängt schon beim Anlassen des Boxermotors an – es macht jedes Mal wieder Spaß, diesen sonoren Sound zu hören.

110 PS Leistung der BMW mehr als ausreichend

Die BMW R 1200 R bietet ein gutes Handling
Die BMW R 1200 R bietet ein gutes Handling © BMW

Und mit 110 PS stellt dieser Zweizylinder-Viertaktmotor seinem Fahrer ausreichend Leistung zur Verfügung, um auch mal schneller von A nach B zu kommen. Ja, die R 1200 R kann auch schnell, doch ihre wahre Bestimmung hat sie abseits der Autobahn – auf der Landstraße nämlich. Hier kann die 2,14 Meter lange BMW ihre Stärken voll und ganz ausspielen. Ihr Handling ist prima, leichtgängig lässt sich diese Bike von Kurve zu Kurve bewegen.

Präzise reagiert sie auf die kleinsten Lenkeinschläge des Fahrers. Dabei ist es unerheblich, ob man allein oder mit Sozius und Gepäck unterwegs ist. Dank der elektronischen Fahrwerkseinstellung ESA lässt sich die R 1200 R auf die unterschiedlichen Bedürfnisse einstellen. Ein Knopfdruck reicht, um vom Modus Normal in die Modi Komfort oder Sport zu switchen. Dieses ESA ist eine feine Sache, auch wenn sich BMW das mit 680 Euro bezahlen lässt.

Gute Figur in der Stadt

Wer mit seiner Maschine auch häufig in der Stadt unterwegs ist, kann sich auch hier auf die BMW verlassen. Trotz ihres Gewichts von vollgetankt 223 Kilogramm lässt sich die R 1200 R erstaunlich mühelos durch den dichten Stadtverkehr manövrieren, auch deshalb, weil der Motor aus niedrigen Drehzahlen für satten Vortrieb sorgt. Ein guter Job kann dem Sechsganggetriebe attestiert werden. Die Gänge lassen sich präzise einlegen.

Das Heck der BMW R 1200 R
Das Heck der BMW R 1200 R © BMW

Für den Fall der Fälle ist auf die Bremsen Verlass. Dank des optionalen Teilintegral-ABS (Aufpreis 1080 Euro) kann der Fahrer beherzt die Bremsen betätigen, ohne Angst vor einem Blockieren der Räder zu haben. Das Bremssystem hinterlässt nach mehreren Probebremsungen einen guten Eindruck. Bei den Testfahrten erwies sich die R 1200 R indes als durchaus durstig. Am Ende zeigte der Bordcomputer durchschnittlich einen Verbrauch von 5,9 Litern an – das könnte etwas weniger sein. Doch das trübt den guten Gesamteindruck der mindestens 11.740 Euro teuren R 1200 R nur marginal. Wer einen zuverlässigen Allrounder sucht, der ist mit dieser Maschine bestens bedient.






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