1. Juli 2011

Fahrbericht Fahrerlebnisschalter inklusive BMW 6er: Luxus-Coupé für Genießer

Der BMW 6er ist ein Auto für Ästheten.
Der BMW 6er ist ein Auto für Ästheten. © BMW

Das neue 6er Coupé von BMW sieht nicht nur richtig gut aus, es bietet auch hervorragende Fahrleistungen. Auf den Markt kommen wird das neueste Modell der Münchner im Oktober mit drei leistungsstarken Motoren angeboten.




Von Frank Mertens

Es ist das Auto für Ästheten. Nachdem BMW zunächst sein 6er Cabrio auf den Markt geschickt hat, folgt ab Oktober nun das Coupé. Ein Auto, in das die Münchner alles gesteckt haben, was sie derzeit an Innovationen zu bieten haben, wie BMW-Entwicklungsvorstand Klaus Draeger bei der Vorstellung des neuesten Modells der Bayern sagte. Dazu gehört neben der elektronischen Dämpferkontrolle, beispielsweise auch die Integral-Aktivlenkung, die erstmals in dieser Klasse angeboten wird. Die Aktivlenkung verbindet die Vorderräder mit einer lenkbaren Hinterachse. Daneben kommen im Luxus-Coupé von BMW auch ein Fahrerlebnisschalter zum Einsatz, mit dem der Fahrer die Modi Comfort, Sport, Sport Plus und Eco Pro wählen kann – doch dazu später mehr.


Lange Motorhaube

Zunächst einmal bleiben wir beim gelungenen Design dieses Viersitzers. Es besticht ohne Frage durch seine Eleganz. Da ist zunächst einmal die nicht enden wollende Motorhaube, die durch seine Doppelniere noch länger erscheint, als sie ohnehin schon geraten ist. Sie verleiht dem 4,89 Meter langen 6er (er ist damit um 7,4 Zentimeter länger als der Vorgänger) in Kombination mit der nach hinten leicht ansteigenden Seitenlinie viel Dynamik. Das Dach der Fahrgastzelle fällt sanft ab und bildet einen fließenden Übergang zum Heck. Von der Seite sieht das richtig gut aus. Der Radstand des Luxus-Coupés ist um 7,5 Zentimeter auf nun 2,85 Meter gewachsen, dafür ist die Höhe um einen halben Zentimeter auf nun 1,37 Meter reduziert worden. Das sind die reinen Maße.

Das Cockpit im BMW 640i
Das Cockpit im BMW 640i © BMW

Doch was bedeutet das für die Passagiere? Fangen wir vorn an: Fahrer und Beifahrer brauchen sich nicht zu beklagen. Sie sitzen absolut bequem. So wie man es von BMW kennt, ist alles auf den Fahrer zugeschnitten. Er kann sich in die bequemen Sitz fallen lassen, Wohlfühlfaktor inklusive. Die Instrumente sind klar strukturiert, intuitiv zu bedienen. Der mittlere Bereich der Instrumententafel ist leicht zum Fahrer geneigt. Zur Qualitätsanmutung muss man nicht viele Worte verlieren. BMW ruft Premiumpreise auf – und dafür bekommt man auch entsprechende Qualität geliefert.

Im Fond sieht es mit Blick auf den Platz schon anders aus: Erwachsene sollten es sich zweimal überlegen, längere Strecken auf den Rücksitzen zurücklegen zu wollen, es sei denn, sie neigen zur Selbstkasteiung. Doch das ist eigentlich nur Nebensache: Der typische Coupé-Kunde kauft sich ein solches Auto nicht, um mit ihm seine Familie in den Urlaub zu kutschieren. Er will genießen – und das maximal zu Zweit. Und hierfür ist das neue 6er Coupé ein idealer Begleiter. Sogar der Kofferraum bietet für ausgedehnte Reisen mit 460 Litern ausreichend Platz. Das ist mehr als anständig

Die Seitenlinie des BMW 640i
Die Seitenlinie des BMW 640i © BMW

Doch kommen wir zu den Fahrleistungen des neuen 6er Coupés, das zum Marktstart im Oktober mit drei Motorisierungen angeboten wird: Nämlich als 640i mit 320 PS (Einstiegspreis 74.700 Euro), als 640d mit 313 PS (78.200 Euro) und als 650i mit 407 PS (85.700 Euro). Der Achtzylinder wird auch mit Allradantrieb angeboten. Von uns getestet wurde der 640i, der von einem Reihensechszylinder Twin-Power-Turbomotor angetrieben wird und ein maximales Drehmoment von satten 450 Newtonmetern zur Verfügung stellt. Es steht zwischen 1300 und 4500 Touren zur Verfügung. Das Dreiliter-Aggregat ist in Kombination mit der überzeugend arbeitenden Achtgang-Automatik ein Ausbund an Sportlichkeit.

Das wird auch von den Leistungsdaten unterstrichen: Von 0 auf 100 beschleunigt der 640i in 5,4 Sekunden. Das ist Sportwagen-Niveau – und auf diesem Niveau lässt es sich im 6er auch dank eines souveränen Fahrwerks auch unterwegs sein. Die Spitzengeschwindigkeit wird bei 250 km/h elektronisch abgeregelt. Doch seien wir ehrlich: Braucht man mehr? Als Durchschnittsverbrauch werden 7,6 Liter angegeben (CO2-Wert 177 g/km). Für ein Auto dieser Klasse ein sehr guter Wert, der auch durch ein gut funktionierendes Start-Stopp-System erreicht wird.

Fahrerlebnisschalter inklusive

Das Heck des BMW 6er Coupes
Das Heck des BMW 6er Coupes © BMW

Für die Sparfüchse im 6er Coupé bietet BMW übrigens ein über den bereits erwähnten Fahrerlebnisschalter anzuwählenden Eco Pro Modus an. Mit ihm lässt sich ein besonders verbrauchsoptimierter Fahrstil erzielen, wie Entwicklungsvorstand Draeger berichtet. Und in der Tat: Wer den Eco-Modus anwählt, verzichtet zwar auf die das 6er Coupé auszeichnende Sportlichkeit, dafür kann er den Verbrauch signifikant reduzieren – bis zu 20 Prozent sollen in Verbindung mit einem moderaten Fahrstil möglich sein. Eine Ansage ist der Verbrauch beim 640d – er soll gerade einmal 5,4 Liter verbrauchen. Das ist ein Wert, auf den manch Kleinwagen nicht kommt.

Im kommenden Jahr wird es das 6er Coupé auch als Viertürer geben. Wann genau, darüber schweigen sich die Münchner noch aus. Doch eines sei klar, sagt Draeger, der Viertürer wird den Absatz des Coupés noch weiter befördern. Schade nur, dass das neue 6er Coupé angesichts seines Preises nur einer besonders zahlungskräftigen Klientel vorbehalten bleibt. Wer sich noch Nettigkeiten wie das Navigationsgerät Professional (3050 Euro), Adaptive LED-Scheinwerfer (2200 Euro), oder die Aktive Geschwindigkeitsregelung (1980 Euro) bestellt, legt ganz schnell 100.000 Euro auf den Tisch des Händlers. Für so viel Geld kann man dann auch ein Auto erwarten, dass sich keine Schwächen erlaubt.






Mehr zur Marke BMW

Premiere auf IAABMW X7 iPerformance: Noch eine Nummer größer

Bislang ist bei BMW der X6 das größte SUV-Modell. Auf der IAA zeigen die Münchner ab Dienstag nun auch den X7 iPerformance.


25 Elektroautos bis 2025BMW-Chef Krüger kündigt Elektro-Offensive an

Harald Krüger schiebt die Elektromobilität an. Der BMW-Chef will jedes Modell der Gruppe mit jedem beliebigen Antrieb ausstatten und auch auf diesem Wege, Fahrverbote verhindern.


Facelift hat Premiere auf IAABMW i3: Elektroauto auf sportlich getrimmt

BMW hat sein Elektroauto i3 einem Facelift unterzogen. Neben optischen und technischen Neuerungen wird es auch eine Sportversion geben.



Mehr aus dem Ressort

Neues SUV der RüsselsheimerOpel Grandland X: Der Aufsteiger

Das SUV-Segment wächst und wächst. Daran will auch Opel teilhaben. Deshalb setzen die Rüsselsheimer ihre SUV-Offensive fort und bringen nach dem Mokka X, dem Crossland X nun den Grandland X auf dem Markt.


Kia steigt mit dem Stonic in das Segment der Mini-SUV ein
Neues Mini-SUVKia Stonic: Tonangebend durch die trendige Harmonielehre

Kia steigt mit dem Stonic in das Segment der kleinen SUV ein. Auf dem optisch geländefähigen Ableger des Rio setzen die Koreaner ganz hohe Erwartungen.


VW vergrößert das Einsatzgebiet des Crafter
69 verschiedene Kombinationen des NutzfahrzeugsVW Crafter: Den Mount Everest ausgetrickst

Die Nutzfahrzeugsparte von Volkswagen hat dem Crafter neue Derivate zukommen lassen. Der im vergangenen Jahr zum Van of the Year gewählte Transporter wird beim Angebot trotzdem weiter nachlegen.