31. März 2011

Fahrbericht Hoher Einstiegspreis für Kleinwagen Audi A1: Ein Fall für zwei

Der Audi A1 ist ein Auto für Besserverdiene.
Der Audi A1 ist ein Auto für Besserverdiene. © Audi

Der Preis des Audi A1 ist eine Ansage: die Einstiegsversion kostet 15.800 Euro. Viel Geld für einen Kleinwagen. Doch ist die deutsche Antwort auf den Mini das auch wert? Wir haben den 1.6 TDI getestet.




Von Frank Mertens

Eines muss man diesem Auto lassen. Schlagzeilen hat es schon mehr als genug gemacht. Ist es nun ein Erfolgsmodell? Oder läuft es den Zielvorgaben hinterher? Um diese Fragen rankten sich in den vergangenen Wochen immer wieder die Diskussionen.

Geht es nach dem Ingolstädter Premiumhersteller, dann erfülle die deutsche Antwort auf den Mini die Erwartungen voll und ganz. Deshalb seien die Produktionsplanungen für 2011 auch um 20 Prozent auf 120.000 Einheiten gesteigert worden, wiederholt das Unternehmen immer wieder und versucht so die Kritik am fehlenden Erfolg des A1 zu entkräften.


Enge im Fond, selbst für Kinder

Doch wie dem auch sei. Ist der Audi A1 nun ein Auto, für das man sich entscheiden sollte? Es kommt wie immer darauf an, wofür man dieses Auto nutzen will. Soviel schon einmal vorweg: Wer nur ein Auto besitzt und zu dessen Haushalt mehr als zwei Personen gehören, sollte sich lieber nach einem anderen Gefährt umschauen.

Großgewachsene können im Fond des A1 kaum sitzen
Großgewachsene können im Fond des A1 kaum sitzen © Audi

Denn auf den beiden hinteren Sitzen können selbst Kinder nicht wirklich bequem sitzen. Die Rückenlehne ist zu senkrecht, die Sitze arg straff. Selbst der neunjährige Filius, gerade mal 1,45 Meter lang, stieg nach einen dreistündigen Autobahnfahrt arg genervt aus dem Auto. „Papa, bequem war das aber nicht.“ Erwachsene, die eine Körpergröße von 1,90 Meter aufweisen, können es sich gleich schenken, im Fond Platz zu nehmen – sie haben nämlich nicht genug Kopffreiheit. In einem Mini, wie der A1 ein Kleinwagen und auch vom Preis her vergleichbar, sitzt man deutlich besser.

Idealer Zweitwagen

Das Lenkrad des Audi A1 liegt gut in der Hand
Das Lenkrad des Audi A1 liegt gut in der Hand © Audi

Für alle die jedoch, für die der A1 ein Zweit- oder sogar Drittwagen ist und die entweder allein oder maximal zu zweit mit ihm unterwegs sind, ist der Kleine aus Ingolstadt eine Überlegung wert. Allerdings auch nur dann, wenn man ausreichend zahlungsbereit ist. Denn den Premiumanspruch des A1 lässt sich Audi entsprechend bezahlen. Für das Einstiegsmodell, den 1.2 TFSI mit 86 PS, werden in der Ausstattungsvariante Attraction 15.800 Euro aufgerufen. Der von uns getestete 1.6 TDI Ambition mit 105 PS steht ab 20.200 Euro in der Preisliste.

Dafür bekommt man dann ein Auto mit den typischen Audi-Eigenschaften vor die Tür gestellt: gute Verarbeitungsqualität, ansprechende Leistung und eine gute Fahrdynamik. Wer mit dem A1 1.6 TDI sportlich unterwegs sein will – kein Problem. Der A1 bringt dafür alles mit. Mit dem 105 PS starken Vierzylinder lässt sich der 1215 Kilogramm schwere A1 ausgesprochen flott bewegen. In Zahlen ausgedrückt: Tempo 100 ist in 10,5 Sekunden erreicht. Das ist ordentlich.

Leitet einen sicher zum Ziel, das Navi im A1
Leitet einen sicher zum Ziel, das Navi im A1 © Audi

Ordentlich verrichtet auch das manuelle Fünfganggetriebe in dem Kleinwagen seine Arbeit. Es ist knackig abgestimmt, die Gänge lassen sich ohne hakeln gut einlegen. So muss es sein. Die Lenkung ist direkt, vermittelt dem Fahrer eine gute Rückmeldung. Das Fahrwerk ist sportlich abgestimmt, fast schon ein wenig zu straff. Querfugen und andere Fahrbahnunebenheiten nimmt man in dem ansonsten wirklich gut gedämmten Innenraum deutlich wahr. Das mag auch an den Sitzen liegen, die wie im Fond auch vorn bequemer sein könnten.

A1 mit guten Verbrauchswerten

Das Heck des Audi A1
Das Heck des Audi A1 © Audi

Doch mit dieser Fahrwerksabstimmung erweist sich der A1 als idealer Begleiter für sportlich ambitionierte Fahrer. Flotte Kurvenfahrten machen im A1 schlichtweg Spaß. Und was noch viel mehr Spaß macht, ist der Blick auf den Bordcomputer und den Verbrauch des A1. Der wird vom Hersteller mit 3,9 Liter (CO2-Ausstoß 103 Gramm) angegeben. Gut, dieser Wert konnte bei den Testfahrten auch eines wirklich gut arbeitenden Start-Stopp-Systems nicht erreicht werden – aber fast. Am Ende stand ein Durchschnittsverbrauch von 4,7 Liter im Display, angesichts der mittlerweile ebenfalls stark gestiegenen Dieselpreise ein wirklich guter Wert.

Wer nicht aufs Geld achten muss und nicht in die Verlegenheit gerät, auch mehr als einen Mitfahrer über längere Strecken mitnehmen zu müssen, bekommt mit dem A1 einen flotten Kleinwagen geliefert. Ob der A1 sich dabei pro Jahr nur 100.000 Mal oder 120.000 Mal verkauft, dürfte den Kunden dabei ohnehin egal sein.






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